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Handwerk in Wuppertal

Handwerk in Wuppertal : Friseurhandwerk: „Das wird herausfordernd“

Obermeisterin Pia Schneider über Pandemiefolgen und Mindestlohn.

Endlich wieder Hochzeits-Haarschmuck: „Wir dürfen wieder Bräute frisieren“, freut sich Pia Schneider, Obermeisterin der Friseurinnung im Bergischen. Wie viele andere ihrer Kolleginnen und Kollegen hofft sie, weitestgehend und dauerhaft zum Normalbetrieb zurückkehren zu können.

Corona-Einschränkungen haben Spuren hinterlassen

Friseure in der Pandemie: „Wir konnten arbeiten, Kunden durften kommen“, sagt Schneider, das sei immerhin positiv zu sehen. Doch zwei Jahre Corona-Einschränkungen haben auch  bei den bergischen Betrieben Spuren hinterlassen. „Die kleinen Geschäfte konnten vieles kompensieren – wenn man beispielsweise mit zwei Leuten arbeitet und hat sechs Bedienungsplätze, das ließ sich gut aufteilen. So konnte die Abstandsregel von 1,50 Meter eingehalten werden, wenn nur jeder zweite Stuhl besetzt war.“

Größere Betriebe aber seien vielfach an ihre Grenzen gekommen. „Die hatten zeitweise Kurzarbeit, Schichtdienste und haben zum Teil die Öffnungszeiten verlängert, um unter den gegebenen Umständen und auf reduziertem Platz so viel Kundschaft wie möglich bedienen zu können.“ Das sei teils äußerst problematisch gewesen.

Wer wie sehr unter den Pandemiefolgen zu leiden habe, „das ist individuell sehr verschieden und variiert von Betrieb zu Betrieb“, sagt Schneider. So berichteten Herrenfriseure, dass teils die ältere Stammkundschaft wegbleibe, „weil sich viele eine Haarschneidemaschine für zu Hause gekauft haben und nun selbst tätig werden oder sich von der Frau die Haare schneiden lassen“. Die jungen Männer hingegen seien häufig recht körper- und modebewusst, auch, was die Frisur angehe.

„Ansonsten kann man sagen, wir haben die 3G Regel, wir durften immerhin jedermann bedienen. Das war ein Vorteil gegenüber beispielsweise den Kollegen aus der Gastronomie.“

Wenig optimistisch sieht Schneider hingegen die Kostenentwicklung und insbesondere die Folgen des Mindestlohns für ihre Branche. „Ich glaube, das wird spätestens im Herbst katastrophal werden, bei den Kosten, die da auf uns zukommen. Die zwölf Euro Mindestlohn betreffen ja jetzt nicht nur unser Friseurhandwerk, sondern Fahrer, Zusteller, Lieferanten. Wir leben von Stammkunden, und ob die es sich leisten können oder wollen, höhere Preise zu zahlen, bleibt abzuwarten.“

Dazu dann noch die gestiegenen Strom-, Gas- und Spritpreise: „Wir wissen nicht, um wie viel, aber es wird auf jeden Fall teurer werden. kas