Tipps von Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater

Das neue Sparen : Tipps von Deka-Chefvolkswirt Dr. Ulrich Kater

Von: Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt Deka

Denkt man ans Sparen, denken die meisten zuerst an Zinsen. Zinsen sind zwar eine schöne Belohnung für das Sparen, aber Sparen ist ein Grundbedürfnis jedes privaten Haushalts. Wir sparen, um etwas erwerben zu können, dass das Monatsgehalt übersteigt, sei es ein Konsumgut oder die Ausbildung der Kinder. Wir sparen auch, um unabhängiger zu sein. Und wir sparen für das Alter, weil die gesetzliche Rente nicht reichen wird. All diese Bedürfnisse bestehen aber auch bei Nullzinsen. Im Gegenteil: Weil die Zinsen so niedrig sind, müssen wir sogar mehr sparen, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt Deka. Foto: sparkasse.de

Wer sich mit Nullzinsen abgefunden hat, ist meistens noch froh, dass das Geld auf der Bank sicher ist. Risiken für ihr Geld sehen insbesondere die Sparer in Deutschland ausschließlich bei Aktien und Anleihen, also an den Wertpapiermärkten. Aber auch beim Sparen auf dem Sparkonto kann man verlieren: Wenn die Inflationsrate höher ist als der Zins, verliert das Ersparte an Kaufkraft. Das Ersparte schwindet langsam dahin.

Foto: sparkasse.de

Sparen kommt nicht aus der Mode

Der einzige Ort, wo Geld noch Rendite bringt, ist die Wirtschaft. Und das tut man beim Wertpapiersparen: Man spart direkt bei den Unternehmen. Beim Wertpapieranteil im Vermögen sollte man auf eine breite Aufstellung achten. Die sogenannten Geheimtipps bei Aktien oder Anleihen entpuppen sich zu häufig als Rohrkrepierer. Die Wertpapierauswahl sollte sorgfältig zusammengestellt sein und laufend überwacht werden. Wem das – verständlicherweise – zu viel Arbeit ist, der kann sie sich abnehmen lassen und einen Wertpapierfonds kaufen. Hier kümmert sich die Fondsgesellschaft um die Zusammenstellung und tauscht Papiere aus, bei denen sich die wirtschaftlichen Aussichten verändert haben, was in der gegenwärtigen schnelllebigen Welt oft vorkommt.

Sparen wird nicht aus der Mode kommen, ebenso wenig wie Autofahren nicht aus der Mode kommt, wenn der Benzinpreis schwankt oder man deswegen nicht aufhört zu telefonieren, weil es keine Telefonzellen mehr gibt. Das Bedürfnis zu sparen, bleibt erhalten, es ist die Art, wie man spart, die sich ändert. Die Aufnahme von Wertpapieren in das Vermögen ist eine Alternative, denn diese können über längere Zeiträume am ehesten positive Renditen erwirtschaften. Das sollte man allerdings zusammen mit einem Fachmann oder einer Fachfrau planen, denn das Sparen mit Wertpapieren verlangt etwa einmal im Jahr eine Verständigung darüber, ob die Dinge richtig laufen. Die Berater in den Sparkassen haben viel Erfahrung, wie Wertpapiere für die privaten Haushalte sinnvoll eingesetzt werden.