Unverständliche Partei-Programme

Unverständliche Partei-Programme

Forscher bemängeln zu viele Fachbegriffe und Wortungetüme.

Düsseldorf. Die Parteiprogramme zur Landtagswahl sind nach einer Studie weitgehend unverständlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Universität Hohenheim und des Instituts Communication Labs Ulm. In den Programmen bestimmen demnach Sätze mit bis zu 67Wörtern, Wortungetüme, Anglizismen und Fachbegriffe die Inhalte. Diese würden jedoch nicht erläutert.

"Die Parteien lassen eine gute Chance verstreichen, mit den Bürgern zu kommunizieren", sagte der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim.

Die Studie habe die Wahlprogramme von fünf Parteien unter anderem auf Fremdwörter und Satzlänge untersucht und dann einen Verständlichkeitsindex von 0 (nicht verständlich) bis 20 (maximal verständlich) aufgestellt. Das klarste Programm stamme von der CDU mit 11,8 Punkten, gefolgt von der SPD mit 10,1Punkten. Das undeutlichste Programm habe die FDP mit 5,8 Punkten. "Eine durchschnittliche Doktorarbeit der Politologie liegt bei 4,3 Punkten, da liegt die FDP nur knapp drüber", so Brettschneider. Die Grünen kamen auf 9 Punkte, die Linke auf 8,1.

"Sätze mit 20, 30 Wörtern sind in den Programmen keine Seltenheit", sagte Brettschneider. Der längste Satz mit 67 Wörtern tauche im FDP-Programm auf. Auch unverständliche Wörter fänden sich bei allen Parteien - zum Beispiel "Inklusionsplan" bei den Grünen oder "kooperative Versorgungsstrukturen" bei der CDU. "Die Begriffe stehen da, ohne dass sie erklärt werden. Damit kann ein durchschnittlicher Wähler nicht wirklich was anfangen."

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