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Streik legte den Verkehr lahm

Streik legte den Verkehr lahm

Auf den Autobahnen gab es am Mittwoch 148 Kilometer Stau. Busse und Bahnen fuhren nicht.

Düsseldorf. Die Entdeckung der Langsamkeit machten am Mittwoch die Pendler in Nordrhein-Westfalen: Rund 55 000 Beschäftige im Öffentlichen Dienst nahmen am Warnstreik der Gewerkschaften Verdi und DBB Beamtenbund teil und legten weite Teile des öffentlichen Lebens lahm.

Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr zeigte die Niederlegung der Arbeit ihre Wirkung. Im Verkehrsfunk war von insgesamt 148 Kilometern Stau auf den NRW-Autobahnen die Rede, deutlich mehr als an einem normalen Werktag.

In Düsseldorf blieben die Straßen- und U-Bahnen in ihren Depots und sorgten für kleine Völkerwanderungen zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt. Viele Rheinbahn-Nutzer verzichteten auf die Ersatzbusse und liefen lieber zu Fuß zu ihren Arbeitsplätzen. Auf den Straßen waren zudem deutlich mehr Taxis unterwegs als sonst üblich.

In Wuppertal mussten vor allem die Autofahrer Geduld beweisen. Die Bundesstraße 7 wurde durch Streikende blockiert, so dass sich lange Staus bis auf die Autobahn 46 bildeten. Auf der B 7 wurden dafür allerdings verstärkt Radfahrer gesichtet, die dort sonst eher selten anzutreffen sind.

Ein Umstieg auf den Drahtesel lohnte sich auf jeden Fall, denn neben den Bussen stellte auch die Schwebebahn ihren Betrieb vollkommen ein. Geschlossen waren zudem die Stadtverwaltung, die städtischen Bäder und die Bürgerbüros. Die Taxizentrale hatte ihre Belegschaft sicherheitshalber verdoppelt.

Beschäftigte von Stadtwerken, Sparkasse und Stadtverwaltung nahmen am Warnstreik in Krefeld teil. Die ausfallenden Straßenbahnen wurden jedoch weitgehend mit Bussen ersetzt, so dass ein Verkehrschaos ausblieb.

In Mönchengladbach hingegen war zeitweise die Innenstadt lahmgelegt, als rund 2000 Streikende in einem Sternmarsch auf den Alten Markt zogen. Daran nahmen unter anderem die Busfahrer teil, aber auch Mitarbeiter von 14 städtischen Kindergärten sowie die Hausmeister der Sporthallen.

Die größte Auswirkung des Streiks in Remscheid dürfte wohl das vergebliche Warten auf die Müllabfuhr sein: Der Hausmüll, der regulär am Mittwoch abgeholt werden sollte, bleibt eine weitere Woche in den Tonnen. Elf Kindertagesstätten machten komplett dicht, sieben weitere hatten einen Notdienst eingerichtet. Wegen einer Demonstration von rund 600 Streikenden kam es zu Staus.

In Solingen wurde der Verkehr lahmgelegt, als rund 1200 Streikende vom Rathaus durch die Innenstadt zogen. Die Mitfahrzentrale war komplett ausgebucht, und die Taxis verzeichneten morgens deutlich mehr Kunden als sonst. Kein Verkehrschaos gab es hingegen im Kreis Mettmann zu beklagen, obwohl auch hier die Busse stehenblieben.