Scharfe Kritik an der Twitter-Piratin Birgit Rydlewski

Scharfe Kritik an der Twitter-Piratin Birgit Rydlewski

Ältestenrat befasst sich mit dem Verhalten der Abgeordneten Rydlewski.

Düsseldorf. Das Verhalten der Landtagsabgeordneten Birgit Rydlewski (Piraten) wird die Führungsgremien des Landtags beschäftigen. „Das muss auf die Tagesordnung des Ältestenrats. Ihr Verhalten beschädigt das Ansehen des gesamten Landtags“, sagte der Chef der SPD-Fraktion, Norbert Römer, unserer Zeitung.

Rydlewski hatte sich am Mittwoch über den Internettextdienst Twitter über die lange Dauer der Landtagssitzung beklagt und sich Bettruhe gewünscht. Darüber hinaus hatte sie intime Einblicke in ihre Gelüste gegeben. Bereits vor zwei Monaten war sie mit einem Eintrag in die Schlagzeilen geraten, bei dem ein geplatztes Kondom eine zentrale Rolle spielte.

Rydlewskis Kurzmitteilungen haben auch Vertreter anderer Parteien entsetzt. „Sie sollte sich sehr gut überlegen, inwieweit ihre Twitter-Äußerungen mit ihrem Mandat als Landtagsabgeordnete vereinbar sind. Sie missbraucht in unverantwortlicher Weise die neuen sozialen Netzwerke. Mit ihren Äußerungen und ihrem Verhalten schadet sie dem gesamten Parlament“, sagte Landtagsvizepräsident Eckhard Uhlenberg (CDU).

Noch schärfer geht Landtagsvize Gerhard Papke (FDP) mit der Piratin ins Gericht: „Jeder Abgeordnete sollte sich bewusst sein, dass es eine Ehre und besondere Verantwortung ist, im Parlament unseres Landes arbeiten zu dürfen. Dazu gehört selbstverständlich zu allererst ein ordentliches Benehmen. Wer sich als Abgeordneter aufführt wie ein pubertierender Halbstarker, stößt die Menschen vor den Kopf.“

Im Internet gab es Kritik an Rydlewski („Wann wollen Sie denn mal arbeiten für das viele Geld, das Sie bekommen — nicht verdienen?“). Die Piraten stellten sich jedoch hinter die 42-jährige Lehrerin aus Dortmund. „Wenn Birgit Rydlewski durch Tweets auf die extreme Länge von Plenarsitzungen hinweist, unterstützt sie damit die grundsätzliche Forderung der Piraten, die Organisation der Plenarsitzungen zu optimieren“, hieß es in einer Stellungnahme von Pressesprecher Ingo Schneider.

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