Rezo veröffentlicht neues Video - Über 90 Youtuber stellen sich hinter ihn

Kurz vor Europawahl : Rezo veröffentlicht neues Video - Über 90 Youtuber stellen sich hinter ihn

Nach seinem viel diskutierten Anti-CDU-Video bekommt Rezo viel Unterstützung aus der Youtuber-Szene. Auf dem Youtube-Kanal des 26-Jährigen tauchte am Freitag ein knapp dreiminütiges neues Video auf.

Der Clip beginnt mit einer Ankündigung von Rezo: „Dies ist ein offener Brief, ein Statement“. Im Anschluss kommen nacheinander rund 30 andere Youtuber zur Wort, die eine Erklärung verlesen, die auch als Text unter dem Video zu sehen ist. Mehr als 90 YouTuber hatten die Erklärung unterschrieben. (Stand Freitagabend).

In dem Video rufen sie gemeinsam auf, am Sonntag an der EU-Wahl teilzunehmen. Zugleich geben sie ein Wahlempfehlung ab, welche Parteien nicht gewählt werden sollten.

In dem Film heißt es unter anderem: „Wählt nicht die CDU/CSU, wählt nicht die SPD. Wählt auch keine andere Partei, die so wenig im Sinne von Logik und der Wissenschaft handelt und nach dem wissenschaftlichen Konsens mit ihrem Kurs unsere Zukunft zerstört. Und wählt schon gar nicht die AfD, die diesen Konsens sogar leugnet.“ Angehängt ist eine „Liste von Unterzeichnern“. Darin tauchen einige der reichtweitenstärksten Youtuber auf, wie Julien Bam, Dagi Bee, LeFloid, Vik, Sturmwaffel, Rewi oder Izzi. Diese verfügen jeweils zum Teil über deutlich mehr als eine Million Abonnenten auf ihren Kanälen.

Die YouTuber wollen der Erklärung zufolge erreichen, dass die Parteien der Bundesregierung bei den Wahlen Stimmen verlieren. "Dann nur dann hätten sie einen Grund, ihr Verhalten zu verändern."

In dem Statement, das auch schriftlich als offener Brief auf dem Kanal angehängt ist, gehen die YouTuber auch wieder auf das Klima ein.

Zum Schluss richten sich die Macher direkt an die Politiker: „Zuletzt, liebe Politiker: Natürlich habt ihr jetzt die Möglichkeit, uns wieder zu diskreditieren. Ihr könnt uns vorwerfen, dass wir ja sowieso keinen Plan haben, wovon wir reden. Dass wir lügen. Dass wir an Fake-Kampagnen teilnehmen. Instrumentalisiert sind. Dass wir gekauft und bezahlt sind und so weiter. All diese respektlosen Techniken habt ihr bereits dieses Jahr gegen uns, gegen eure eigene Bevölkerung eingesetzt. Und wir sprechen für sehr viele Bürgerinnen und Bürger, wenn wir sagen: Ihr habt euch damit keine Freunde gemacht.“, heißt es dort. Bis zum Freitagabend wurde das Video fast eine Millionen mal aufgerufen.

Video sorgte für großes Wirbel

Rezo hatte vergangenen Sonntag unter dem Titel "Die Zerstörung der CDU" ein YouTube-Video veröffentlicht. Es entwickelte sich kurz vor der Europawahl zu einem immer größeren Internethit. Bis Freitagmittag klickten knapp siebeneinhalb Millionen Internetnutzer das Video des YouTubers Rezo an.

Dabei gab es zum Teil auch scharfe Angriffe auf Rezo. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak legte ihm Falschbehauptungen zur Last. Die YouTuber warfen der Politik im Gegenzug vor, sie wegen ihrer Kritik zu diskreditieren. Mit "respektlosen Techniken" wie dem Vorwurf von Fake-Kampagnen, Lügen oder der Behauptung, gekauft zu sein, sollten die bereits im Streit um die Neuregelung der EU-Urheberrechtsreform kritischen YouTuber schlecht gemacht werden.

Ziemiak hat Rezo zu einem Gespräch eingeladen. Auf die Einladung ging Rezo in dem am Freitag veröffentlichten Statement nicht ein.

Ernstzunehmende Gefahr für CDU

Mehrere Politikwissenschaftler und politische Berater bewerten das millionenfach geklickte Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo als erstzunehmendes Risiko für die Partei. Der Politikwissenschaftler Stefan Heumann sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag, zwar werde das Video keine entschlossenen CDU-Wähler umstimmen, es könne bei der Europawahl in Deutschland am Sonntag aber zu einem Mobilisierungsschub bei jungen Wählern führen.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die „Welt“ (Freitag), die nach dem Erscheinen Rezo-Videos gemacht wurde, zeigt: 77 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, die CDU habe den Kontakt zu jungen Menschen in Deutschland verloren. 16 Prozent sind nicht dieser Meinung, acht Prozent sind in dieser Frage unentschieden.

(dpa/afp/red)
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