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Personal dringend gesucht

Personal dringend gesucht

Noch nie waren die Aussichten auf Arbeit mitten im Winter so gut. Vor allem der Zeitarbeitsbranche fehlen Beschäftigte.

Nürnberg. Die Chancen von Arbeitslosen sind nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit (BA) schon lange nicht mehr so gut gewesen wie zum Jahresbeginn. Denn die Nachfrage nach Arbeitskräften in der deutschen Wirtschaft liegt weiter auf Rekordniveau: Noch nie seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen 2004 habe es in Deutschland saisonbereinigt so viele offene Stellen gegeben wie in diesem Januar, berichtete die Bundesagentur am Montag. Im Dezember waren es rund 466 000, die konkrete Zahl für Januar will die BA erst heute mitteilen.

Nach Einschätzung der Nürnberger Bundesbehörde wird die hohe Arbeitskräfte-Nachfrage weiterhin durch die stabile wirtschaftliche Situation in Deutschland getragen. Offene Stellen gebe es allerdings vor allem bei Zeitarbeitsunternehmen. Seit Monaten stammt jedes dritte Angebot aus dieser Branche.

Auch für den Abbau der Arbeitslosigkeit spielte die Leiharbeit zuletzt eine wichtige Rolle: Im Zeitraum von Mitte 2010 bis Mitte 2011 stieg die Zahl der Beschäftigten um rund 670 000. Ungefähr jeder Sechste davon (114 000) fand eine Stelle in der Zeitarbeit. Insgesamt gab es Mitte 2011 — neuere Zahlen gibt es noch nicht — 910 000 Leiharbeiter.

Zusätzliche Kräfte suchen derzeit neben der Zeitarbeitsbranche der Groß- und Einzelhandel, Bauinstallationsbetriebe, die Gastronomie sowie Kliniken, Pflegedienste und soziale Einrichtungen.

Experten sehen den Arbeitsmarkt im Januar trotz eines saisonbedingten Anstiegs der Arbeitslosenzahlen in guter Verfassung. Zwar sei die Zahl der Erwerbslosen zum ersten Mal seit neun Monaten wieder über die Drei-Millionen-Marke gestiegen (3,1 Millionen). Aber dies wären immer noch knapp 260 000 weniger als vor einem Jahr.

Es deute sich an, dass „die Konjunktur zum Jahresbeginn besser läuft als zunächst gedacht. Viele Unternehmen sind wieder zuversichtlicher“, erläutert Allianz-Arbeitsmarktexperte Rolf Schneider. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen für Januar werden heute bekanntgegeben.