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Laschet gegen Söder: Wer wird Kanzlerkanditat der CDU/CSU?

Bundestagswahl : Laschet gegen Söder: Söder kündigt Entscheidung für Ende der Woche an

Geht es nach der CDU-Spitze, ist die Kanzlerkandidatur von Parteichef Laschet eine ausgemachte Sache. Doch seinem Mitbewerber Söder reicht das Meinungsbild der Führungsgremien nicht aus. Er spielt auf Zeit.

In der Auseinandersetzung mit CSU-Chef Markus Söder um die Kanzlerkandidatur der Union hat der CDU-Vorsitzende Armin Laschet vollen Rückhalt von den Führungsgremien seiner Partei erhalten. „Es gibt eine breite Unterstützung für Armin Laschet als Kanzlerkandidaten von CDU und CSU“, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag nach Beratungen von Präsidium und Bundesvorstand. „Das Meinungsbild im Präsidium als auch im Bundesvorstand ist eindeutig.“ Am Nachmittag trat in München auch das CSU-Präsidium zusammen, um über die K-Frage zu beraten.

Laschet sagte, er werde noch am heutigen Tag das Gespräch mit Söder suchen. „Eines war heute in unseren Gremien erkennbar: Alle wollen eine schnelle Entscheidung. Alle Fakten liegen auf dem Tisch.“ Die in dieser Woche noch zu lösenden Probleme seien so groß, dass die Union sich nicht mehr länger mit ihren innerparteilichen Fragen, sondern mit diesen Aufgaben beschäftigen sollte, betonte der 60-Jährige mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Söder trat allerdings im CSU-Präsidium auf die Bremse. Es sei jetzt noch nicht der Tag der Entscheidung, vielmehr werde man sich Ende der Woche zusammensetzen, sagte er nach Teilnehmerangaben in der Schalte. Und er werde auch darum bitten, dass sich nicht nur zwei Personen zusammensetzten, sondern das weitere Vertreter beider Parteien mit dabei seien. Er sei gegen ein „Hau-Ruck-Verfahren“. Söder betonte demnach zudem, der Kanzlerkandidat müsse von einer breiten Mehrheit der Mitglieder getragen werden. Beide Parteien müssten sich ehrlich machen, mit wem man die besten Chancen habe.

In Berlin sagte Laschet, er habe sich über die große Unterstützung in den CDU-Gremien sehr gefreut. „Das war heute keine Vorentscheidung, es war ein Meinungsbild der CDU mit ihren 15 Landesverbänden“, betonte er. Dieses werde man nun der CSU vortragen. Eine Entscheidung über die Frage der Kanzlerkandidatur müsse nicht schon an diesem Montag getroffen werden. „Es sollte nur recht bald sein.“

(dpa/AFP)