Warnstreiks: 25 Flüge am Düsseldorfer Flughafen gestrichen

Warnstreiks: 25 Flüge am Düsseldorfer Flughafen gestrichen

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst treffen jetzt auch die Flughäfen. Der deutsche Luftverkehr wird empfindlich gestört, unter anderem an den Airports in Düsseldorf und Köln/Bonn. Vor den nächsten Verhandlungen demonstriert die Gewerkschaft Verdi ihre Macht.

Düsseldorf (dpa/Red) - Wegen des bundesweiten Warnstreiks im Öffentlichen Dienst kommt es auch am Düsseldorfer Flughafen zu Beeinträchtigungen des Flug- und Abfertigungsbetriebs. Am drittgrößten deutschen Airport in Düsseldorf wurden am Dienstagmorgen 25 Flüge (von insgesamt 600 am Dienstag) gestrichen.

Insgesamt wird in Düsseldorf von 4 bis 12 Uhr gestreikt, zwischen 10 uhd 11 Uhr fand eine kleine Kundgebung statt. Von Arbeitsniederlegungen betroffen ist in erster Linie der Bereich der Abfertigung. Teile des Bodenpersonals (zum Beispiel die Mitarbeiter eines Bustransfers) und der Feuerwehr streik(t)en. Es kam zu keinen größeren Störungen. Die Wartezeit liegt zwischen 30 Minute und 2,5 Stunden. Auch nach Ende der Streikaktion in Düsseldorf kann es noch zu Verzögerungen im Flugverkehr kommen.

Am Flughafen Köln/Bonn war vor allem der Frachtverkehr betroffen. Die Gewerkschaft Verdi rief Beschäftigte von Gepäckabfertigung, Bodenverkehrsdiensten, Technik, Sicherheit und Verwaltung zu Arbeitsniederlegungen auf. In Düsseldorf traten die Beschäftigten um 4.00 Uhr am Morgen in den Ausstand.

„Der Warnstreik ist gut angelaufen“, sagte Peter Büddicker, Fachbereichsleiter Verkehr bei Verdi NRW. „Etwa 150 Mitarbeiter der Gepäckabfertigung und des Gepäcktransports haben ihre Arbeit niedergelegt“, berichtete er in den frühen Morgenstunden. Bis zum geplanten Streik-Ende um 12.00 Uhr mittags standen am Düsseldorfer Flughafen rund 240 Flugbewegungen an.

Für etliche Verbindungen wurden Verzögerungen wegen des Ausstands von Beschäftigten der Gepäckabfertigung erwartet. „Passagiere müssen mit Verspätungen von bis zu 40 Minuten rechnen“, sagte Flughafen-Sprecher Christian Hinkel. Er empfahl Reisenden, sich bei ihrer jeweiligen Fluggesellschaft zu erkundigen, ob und wann der geplante Flug startet.

Bereits um Mitternacht hatten die Beschäftigten am Flughafen Köln/Bonn die Arbeit niedergelegt. In Folge des Warnstreiks seien acht Flüge gestrichen worden, berichtete dort Flughafensprecher Alexander Weise. Bis zum angekündigten Streik-Ende um 10.00 Uhr seien in Köln/Bonn 130 Starts- und Landungen im Personen- und Frachtverkehr geplant.

Der Frachtverkehr sei beinahe zum Erliegen gekommen. „Große Teile der Fracht wurden nicht abgefertigt“, sagte Weise. Auch an anderen deutschen Flughäfen kam es zu Arbeitsniederlegungen - etwa in Frankfurt, München, Stuttgart, Bremen und Hannover. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kritisierte die Ausweitung der Streiks auf Flughäfen als „unangemessene Reaktion“.

„Da wir ein substanzielles Angebot gemacht haben, ist es ungerechtfertigt, die Bevölkerung jetzt mit diesen Streiks zu malträtieren“, sagte Friedrich der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Scheitern die an diesem Mittwoch beginnenden Gespräche der dritten Verhandlungsrunde in Potsdam, könnte auf Deutschland eine Streikwelle von Beschäftigten der Metallindustrie, des öffentlichen Dienstes, der Banken und der Telekom zurollen.

Am Montag hatte Verdi-Chef Frank Bsirske in Stuttgart angekündigt, dass in diesem Fall in den verschiedenen Branchen „Verabredungen getroffen werden, gemeinsam sichtbar zu werden“. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber von 3,3 Prozent mehr Gehalt auf zwei Jahre lehnte Bsirske ab. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens 200 Euro.