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#PARISATTACKS: Update: Behörden kümmern sich verstärkt um Sicherheit der Weihnachtsmärkte

#PARISATTACKS : Update: Behörden kümmern sich verstärkt um Sicherheit der Weihnachtsmärkte

Weihnachtsmärkte gelten als potenzielle Terrorziele. Die Polizei setzt auf Präsenz, die Veranstalter auf Gelassenheit und Trotz.

Düsseldorf/Wuppertal/Krefeld. Die Terroranschläge von Paris werfen auch in NRW Fragen nach der öffentlichen Sicherheit auf. Müssen Großveranstaltungen besser geschützt werden? Besteht etwa für Weihnachtsmärkte eine erhöhte Gefahr?

Zur bevorstehenden Eröffnung der Weihnachtsmärkte kündigt NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch mehr polizeiliche Präsenz auf den großen Märkten an. Polizisten mit Maschinenpistolen werden aber nicht zum üblichen Bild gehören. Die Beamten würden ausgerüstet wie immer, sagt Jäger in Düsseldorf. Bei Bedarf könnten sie auf weitere Ausrüstungen in ihren Dienstfahrzeugen zurückgreifen. Der Schutz französischer Einrichtungen wird verstärkt und generell werden verdeckte Ermittlungen hochgefahren. Hinweise, dass am Wochenende Fußballspiele gefährdet sein könnten, gebe es nicht, sagte Jäger. Das NRW-Innenministerium wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren.

Mit Blick auf die Weihnachtsmärkte betont das Ministerium, dass diese, wie auch in den vergangenen Jahren, im Fokus der Sicherheitsbehörden stehen. „Bei Menschenaufläufen besteht immer ein gewisses Risiko. Und Kontrollen beim Einlass sind bei Weihnachtsmärkten kaum möglich“, so eine Sprecherin. Über Sicherheitskonzepte entschieden die örtlichen Behörden: „Sie kennen die Lage vor Ort und die kritischen Punkte.“

Die Polizei in Düsseldorf wollte zu konkreten Maßnahmen nach den Terroranschlägen keine Stellung nehmen. Gleichwohl gingen die Beamten Großveranstaltungen wie Weihnachtsmärkte immer mit hoher Sensibilität an. „Wir setzen auf viel uniformierte Präsenz“, erklärte Polizeisprecher André Hartwich. Dies sei keine Reaktion auf Paris, sondern diene dem Sicherheitsgefühl der Bürger: „Die Menschen wollen das.“

Roman von der Wiesche von der Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH, die den Weihnachtsmarkt in der Landeshauptstadt ausrichtet, vertraut dem mit der Polizei abgestimmten Sicherheitskonzept. Er wünscht sich, dass die Besucher ohne Angst auf die Weihnachtsmärkte strömen. „Das ist unsere Art zu leben. Wir können uns ja nicht in Höhlen zurückziehen“, so von der Wiesche.

Bei den beiden großen Weihnachtsmärkten in Wuppertal, in Elberfeld und Barmen, werden auch keine speziellen Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Ein Sprecher der Polizei Wuppertal sagte, die Beamten seien sowieso vor Ort und speziell geschult.

Auch Matthias Zenker, Vorstand der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt und Organisator des Weihnachtsmarkts, sieht für weitere Maßnahmen keine Notwendigkeit. „Wir stehen in engem Kontakt zur Polizei.“ Der Elberfelder Lichtermarkt zieht sich durch die ganze City. „Wenn wir die Innenstadt absichern würden, würden wir daraus eine Festung machen müssen“, sagt Zenker. Das würde aber die Aufenthaltsqualität senken. „Wir müssen nach außen demonstrieren, dass wir uns nicht einschüchtern lassen. Das gilt auch für Wuppertal.“ Dennoch, sagt Zenker, würde man natürlich die Entwicklungen abwarten und Rücksprache mit der Polizei halten.

Auf „enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit der Polizei baut auch die Stadt Krefeld. Zwar sei der dortige Weihnachtsmarkt in Größe und Besucherzahl nicht etwa mit dem in Düsseldorf zu vergleichen. Dennoch soll auch in Krefeld „verstärkte uniformierte Präsenz“ durch Fußstreifen das Sicherheitsgefühl der Bürger steigern, so ein Sprecher.