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Rückkehr zu G9 kostet 518 Millionen Euro

Rückkehr zu G9 kostet 518 Millionen Euro

Düsseldorf. Die Rückkehr der Gymnasien in NRW zu einem Abitur nach neun Jahren (G9) erfordert nach Einschätzungen eines seit Mittwoch vorliegenden Gutachtens einmalige Bau- und Ausstattungsinvestitionen von 518 Millionen Euro.

Dazu kommen jährlich zusätzliche Betriebskosten von 31 Millionen Euro.

Die Gutachter hätten dabei einen regionalisierten Ansatz verfolgt, sagte Staatssekretär Mathias Richter am Rande der Sitzung des Ausschusses für Schule und Bildung, in dem das Gutachten vorgestellt wurde. So wurden alle 500 Schulleitungen öffentlicher Gymnasien sowie die 232 Schulträger in NRW befragt. Die Rücklaufquote habe bei 80 bis 85 Prozent gelegen, so Richter.

Wie das Geld verteilt werde, sei noch Gegenstand von Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden. Bei den Summen handele es sich aus Sicht der Gutachter um das Geld, das vom Land im Zuge des Konnexitätsprinzips zur Verfügung gestellt werden müsste. Das Gutachten sei allerdings eine zwar wichtige, aber nicht die einzige Grundlage für die am Ende gesetzlich festgelegten Summen, die das Land den Kommunen zu zahlen habe, sagte Richter. „Das Land versteht sich aber als fairer Partner der Kommunen.“

Nach Aussage der Gutachter reicht an einem Viertel der Gymnasien der Raum aus der Zeit vor G8 noch aus, um das neue G9 zu ermöglichen. Neubauten seien nur selten erforderlich. Der überwiegende Teil des Zusatzbedarfs von 1000 Unterrichtsräumen sei durch Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen erreichbar. Nicht Teil des Gutachtens war der zusätzliche Bedarf an 2200 bis 2300 neuen Lehrkräften, was jährliche Mehrausgaben von 115 Millionen Euro bedeutet.

Das Gutachten war von Prof. Kerstin Schneider, Leiterin des Wuppertaler Instituts für bildungsökonomische Forschung, und von Klaus Klemm, dem inzwischen emeritierten Professor für Bildungsforschung und Bildungsplanung an der Universität Duisburg-Essen, erstellt worden. Die kommunalen Spitzenverbände reagierten in einer gemeinsamen Erklärung verhalten positiv. Allerdings sei es nicht realistisch, von einer Raumreserve aus der Zeit vor G8 auszugehen. Diese Kapazitäten seien angesichts von Ganztag, Inklusion und Zuwanderung längst zusammengeschmolzen oder aufgebraucht.