NRW: NRW-Kopftuchdebatte: Laschet will Verbot durchsetzen

NRW: NRW-Kopftuchdebatte: Laschet will Verbot durchsetzen

Das geplante Verbot soll für muslimische Mädchen unter 14 gelten. Facebook löscht einen Post von NRW-Staatssekräterin Güler zu dem Thema nur zeitweise.

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Düsseldorf. Das in NRW erwogene Kopftuchverbot für muslimische Mädchen unter 14 Jahren hat eine breite Debatte ausgelöst. „Ich halte weder etwas von einer Vollverschleierung noch von Kopftüchern für Kinder“, sagte die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner in Berlin. „Kinder brauchen Freiräume, wo es eben auch keine kruden Geschlechterbilder gibt. Und das sollte die Schule sein.“

Dagegen hatten sich Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und der Vorsitzende des Islamrats für Deutschland, Burhan Kesici, gegen ein Verbot ausgesprochen: „Kopftuchzwang und Kopftuchverbot schlagen in dieselbe Kerbe: Beide entmündigen Musliminnen“, sagte Kesici.

Das NRW-Integrationsministerium hatte angekündigt, ein Kopftuchverbot für junge Mädchen zu prüfen. In Deutschland tritt mit dem 14. Geburtstag die Religionsmündigkeit ein. Vorher könnten Mädchen nicht selbstbestimmt entscheiden, ob sie das Kopftuch tragen wollen, lautet die Argumentation von Landes-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP).

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) unterstützt den harten Kurs seiner Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU). Sie hatte per Twitter und Facebook erklärt, einem jungen Mädchen ein Kopftuch überzustülpen, sei „pure Perversion“, weil es das Kind sexualisiere. Kurios: Dieser Post Gülers wurde durch das soziale Netzwerk Facebook zunächst gelöscht, weshalb Güler sich genötigt sah klarzustellen, dass ihre Meinung weiter Bestand habe. Auf Nachfrage unserer Redaktion stellte Facebook den Post Gülers am Montagnachmittag wieder her, erklärte den Löschvorgang als „Versehen eines Mitarbeiters“ und entschuldigte sich bei Güler.

Laschet sagte in Berlin, Gülers Position sei besonders überzeugend, weil sie selbst Muslimin und ihre Mutter Kopftuchträgerin sei. Man wolle das Vorhaben jetzt auch umsetzen. Auch FDP-Chef Christian Lindner hatte sich bereits für ein Verbot ausgesprochen.

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