NRW-CDU: Erster Schlagabtausch um den Vorsitz

NRW-CDU: Erster Schlagabtausch um den Vorsitz

Die Konkurrenten Armin Laschet und Norbert Röttgen stellen sich der Basis vor. Sieben weitere Regionalkonferenzen folgen.

Münster. Das Rennen hat begonnen: Mit einem Diskussionsabend in der Stadthalle Münster-Hiltrup eröffneten Bundesumweltminister Norbert Röttgen und Ex-Landesfamilienminister Armin Laschet den Wettbewerb um den Vorsitz der NRW-CDU. Vor rund 800 Zuhörern gab es einen knappen Punktsieger: Röttgen.

Der scheidende Landesvorsitzende Jürgen Rüttgers moderierte die Veranstaltung und konnte zwei eloquente Bewerber präsentieren.

Wie schon in den ausliegenden Bewerbungsschreiben legte Röttgen ein wenig mehr Wert auf den Begriff des Neuanfangs, während Laschet stärker die Kontinuität betonte - schließlich war er als Landesminister an der Regierung Rüttgers aktiv beteiligt.

Allerdings geriet ihm so mancher Satz daneben: "Nach fünf Jahren erfolgreicher Regierungsarbeit sind wir nun in der Opposition." Erfolg und Opposition - das passt nicht eben gut zusammen.

Beide gelten als Vertreter einer liberalen Großstadt-CDU, umso mehr versuchten sie, auch ihre konservative Seite herauszustellen - denn da gibt es in der Partei einen großen Nachholbedarf. Beide durften sich in je 15 Minuten vorstellen.

Laschet schilderte seine Jugend in der katholischen Bewegung, seine ersten Begegnungen mit Helmut Kohl Mitte der 70er Jahre in Aachen und bekannte sich zu den drei Wurzeln der CDU: liberal, christlich und konservativ. "Ich sage: Ich bin mit dem Zustand der CDU nicht zufrieden." Dafür bekam er viel Applaus. Jeden Tag präsent sein, die rot-grüne Landesregierung stellen: Hier setzte sich Laschet vom "Berliner" Röttgen ab.

Doch die eher konservativen Münsterländer empfingen Röttgen deutlich wärmer. Er spannte den großen Bogen - von der europäischen Vereinigung bis zur christlichen Ethik. "Die Parteitage dürfen nicht mehr zu reinen Applausveranstaltungen verkommen", so Röttgen. Dass ein Machtverlust nicht von alleine kommt - diese Aussage hörte Rüttgers nicht gerne. Sie brachte Röttgen aber viel Beifall ein. Dazu ein klares Bekenntnis: "Ich will die rot-grüne Landesregierung so schnell wie möglich ablösen." Röttgen hatte ein gutes Argumentationspaket geschnürt.

Sein wunder Punkt ist sicherlich die Tatsache, dass nahezu 500 Kilometer zwischen Berlin, seinem Wirkungsort, und Düsseldorf, dem Kampfplatz der Landespolitik, liegen. Doch Röttgen stellte auf Nachfrage eines Mitglieds klar: "Ich würde nach Düsseldorf kommen."