Land NRW will mit eigener Erhebung Insektenrückgang untersuchen

Schmetterlinge und Heuschrecken: Land NRW will mit eigener Erhebung Insektenrückgang untersuchen

Mit einer eigenen Erhebung will das Landesumweltamt mehr über den Insektenrückgang in Nordrhein-Westfalen erfahren. Vor eineinhalb Jahren veröffentlichte ein Krefelder Verein erschreckende Zahlen und rüttelte das Land auf.

Von den 25 000 Insektenarten, die es in NRW gibt, solle zunächst das Vorkommen von Schmetterlingen und Heuschrecken untersucht werden, teilte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) am Montag in Recklinghausen mit. Dafür sollen Stichproben in ganz NRW gesammelt werden. Im Frühsommer soll das zunächst auf drei Jahre angelegte Projekt starten. Das Umweltministerium fördert es mit rund 480 000 Euro.

Einzelne Insektenarten seien gefährdet, ihr Vorkommen gehe immer weiter zurück, erklärte Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). „Es sind zwar etliche Rückgangsursachen bereits bekannt, andere liegen jedoch noch im Dunkeln.“ Geklärt werden soll, ob es Unterschiede zwischen Lebensräumen gibt und ob die Auswirkungen regional unterschiedlich sind.

Dass zunächst Tagfalter und Heuschrecken genauer unter die Lupe genommen werden, hat einen Grund: Sie gelten als Indikatoren für die Vielfalt an Lebensräumen und die Intensität der Landnutzung. „Tagfalter und Heuschrecken stehen damit stellvertretend für viele andere Artengruppen“, erklärte Prof. Thomas Fartmann, der Projektleiter der an dem Vorhaben beteiligten Universität Osnabrück.

Krefelder Verein rüttelt das Land auf

Ein Weckruf, dass künftig mehr und bessere Forschungsaktivitäten zu Insekten erforderlich sind, kam vom Entomologischen Verein Krefeld. Die Krefelder Entomologen haben bereits vor 30 Jahren die Methodik der Datenerhebung von Fluginsekten standardisiert. Daraus resultierten wichtige Daten und Originalproben. Zudem sorgte eine Publikation zu den Daten der Krefelder Entomologen mit einem über 27 Jahre ermittelten Rückgang der Gesamtmenge an Insekten um etwa 76 Prozent in Schutzgebieten für weltweites Aufsehen.

(dpa/red)
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