1. Politik
  2. Landespolitik

Kirchliches Sparpaket: 60 Stellen betroffen

Kirchliches Sparpaket: 60 Stellen betroffen

Die Landessynode der Evangelischen Kirche tagt im Januar. Dann fallen Sparbeschlüsse.

Düsseldorf. Die Evangelische Kirche im Rheinland muss schneller und mehr sparen, als noch vor wenigen Jahren gedacht. Die Mitgliederzahl nimmt ab, die Gläubigen werden älter, und damit schwindet die Finanzkraft.

„Die schwierige Aufgabe besteht darin, gut entwickelte Strukturen kirchlicher Arbeit an kleinere Zahlen anzupassen“, resümiert Präses Manfred Rekowski in einem Schreiben, das die Synodalen jetzt mit den Unterlagen für die Tagung des Leitungsgremiums im Januar zugeschickt bekamen. Kernstück ist eine „Aufgabenkritik“ — 255 Sparvorschläge für den landeskirchlichen Haushalt.

Deren Volumen: 8,2 Millionen Euro, „fünf Millionen davon bereits in den nächsten zwei Jahren umsetzbar“, sagt Vizepräsident Johann Weusmann, leitender Jurist der rheinischen Kirche.

Wenn die Landessynode entsprechend beschließt, sind 60 Arbeitsplätze betroffen, wobei betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen. Kirchliche Bedienstete werden auf einem internen Arbeitsmarkt vermittelt.

Mit einer Einsparsumme von 2,4 Millionen Euro besonders stark gebeutelt wird die Bildungsabteilung im Landeskirchenamt. Die rheinische Kirche ist Trägerin von zehn Schulen — ob das so bleiben muss, wird diskutiert.

„Es gibt keine Schulen, die geschlossen werden“, betont Weusmann mit Blick auf aktuelle Mutmaßungen in den Medien. Lediglich Internate würden aufgegeben, etwa in Hilden.

Ob Kirchenmusik, Diakonenausbildung oder Bibliotheken: Alle Bereiche müssen mit weniger Geld auskommen. Ein bisschen sparen hier, ein bisschen dort — „Vollzugsverbesserungen“, wie Weusmann das nennt, werden auf längere Sicht nicht reichen.

Es sei „gezielt die Frage zu stellen, welches die Aufgaben der Kirche in der Zukunft sein werden“, betont das Gremium, das die Sparpläne erarbeitet hat. Die Haushaltskonsolidierung bis 2018 „kann nur durch das Aufgeben von Aufgaben erreicht werden“, so Weusmann. Die Landessynode muss darüber im Januar entscheiden.