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Interview mit Karl-Josef Laumann: Für Politikwechsel sorgen

Interview mit Karl-Josef Laumann: Für Politikwechsel sorgen

Der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, zu den Aussichten der Union bei der anstehenden Landtagswahl.

Herr Laumann, es sind noch sieben Wochen bis zur Wahl, und die CDU hat keinen Koalitionspartner. Wie soll sich das ändern?

Laumann: Unser oberstes Ziel im Wahlkampf ist es, dass Rot-Grün keine absolute Mehrheit bekommt. Gelingt das, kommen wir ins Spiel. Dann werden wir durch eine Regierungsbeteiligung der CDU dafür sorgen, dass es zu einem Politikwechsel in diesem Land kommen wird.

Sie stehen für den sozialen Flügel der Partei, sind aber gleichzeitig als bekennender Westfale auch ein Wertkonservativer. Können Sie sich Schwarz-Grün tatsächlich vorstellen?

Laumann: Sicher gibt es hier und da Überschneidungen mit den Grünen, aber die gibt es auch mit der SPD. Unser Ziel ist es, die CDU so stark wie möglich zu machen. Und dann wollen wir mal sehen.

War es ein Fehler Ihrer Partei, sich so lange einseitig auf die FDP festzulegen?

Laumann: Nein, wir haben NRW zwischen 2005 und 2010 gemeinsam gut regiert. Aber machen wir uns nichts vor: Für Schwarz-Gelb wird es bei dieser Wahl nicht reichen.

Sondern für welche Konstellation?

Laumann: Das warten wir ab. Aber die Situation heute ist eine komplett andere als noch in den 90-er Jahren, als es zwei Volksparteien gab, die wechselweise mit der FDP eine Mehrheit hatten.

Mit welchem Thema wollen Sie im Wahlkampf punkten?

Laumann: Vor allem mit der Schuldenpolitik von Rot-Grün. Unter dem Deckmäntelchen, mit Schulden heute die Kinder zu versorgen, bürdet Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Kindern von morgen ungeheure Lasten auf. Zudem haben SPD und Grüne keinen Plan für den Industriestandort NRW. Wir setzen zudem auf das ehrenamtliche Engagement der Bürger — und nicht einseitig auf den Staat. Ohne die Freiwilligen von Feuerwehr bis Sportverein würde im Lande nichts gehen. Ihnen wollen wir helfen.

Wie reagiert die CDU-Basis darauf, dass der Spitzenkandidat Norbert Röttgen ein klares Bekenntnis ohne Wenn und Aber zu NRW vermeidet?

Laumann: Am Anfang gab es schon Irritationen, das ist normal. Aber das hat sich gelegt. Wir setzen auf Sieg, nicht auf Niederlage. Die Leute wählen keinen Oppositionsführer.

Was halten Sie persönlich von Hannelore Kraft?

Laumann: Der Umgang mit ihr ist in Ordnung. Doch eines ist auch klar: Das Land verlangt nach Führung, und da hat Frau Kraft nach meiner Überzeugung versagt.

Sehen Sie Ihre Zukunft dauerhaft in der Landespolitik?

Laumann: Ja. Sie können sicher sein, dass ich auch in der nächsten Wahlperiode Landespolitik an wichtiger Stelle mitgestalten möchte.