WDR-Umfrage: Immer mehr Kommunalpolitiker werden bedroht und angefeindet

WDR-Umfrage: Immer mehr Kommunalpolitiker werden bedroht und angefeindet

Köln. Zahlreiche nordrhein-westfälische Bürgermeister sehen sich laut einer WDR-Umfrage Beleidigungen und Anfeindungen ausgesetzt. In einer nicht repräsentativen Umfrage hätten mehr als 100 Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte, Landtags- und Bundestagsabgeordnete angegeben, angefeindet zu werden oder worden zu sein.

Der WDR hatte insgesamt 700 Komunalpolitiker angeschrieben, 220 hatten geantwordet. Gefragt wurde nach Beleidigungen, Vandalismus, tätlichen Angriffen und Hetzkampagnen.

In den meisten Fällen würden die Politiker in den sozialen Medien angegriffen, hieß es. Zahlreiche von ihnen erhielten zudem beleidigende Briefe und oder E-Mails mit Beschimpfungen und Beleidigungen. Die Bedrohungen richteten sich teilweise auch gegen Familienangehörige und Kinder.

Einzelne Politiker gaben zudem an, Morddrohungen zu erhalten, es gebe Verfolgungsjagden und heimliche Filmaufnahmen, die auf der Online-Plattform Youtube veröffentlicht würden. Bei einigen befragten Kommunalpolitikern wurden nach deren Angaben Autos zerkratzt oder mit Aufklebern beschädigt, es wurden Reifen durchgestochen oder Bürogebäude beschmutzt.

Ende November war der Bürgermeister von Altena im Sauerland von einem Mann mit einem Messer am Hals verletzt worden. Der alkoholisierte Angreifer hatte zuvor seine Politik der Flüchtlingsaufnahme kritisiert. Entsetzen hatte auch der Messer-Angriff auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ausgelöst: Sie war im Oktober 2015 als Kandidatin für die Oberbürgermeister-Wahl von einem Rechtsextremisten an einem Wahlkampfstand niedergestochen worden und lag zeitweise im künstlichen Koma. dpa

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