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Hochschulbewerbung im Internet kommt nicht in Gang

Hochschulbewerbung im Internet kommt nicht in Gang

Keine Uni aus NRW beteiligt sich am neuen System — wegen technischer Probleme.

Düsseldorf. Eigentlich sollte alles so leicht sein: Abiturienten bewerben sich mit einer einzigen Bewerbung über die Internetseite Hochschulstart.de für einen Studiengang mit örtlicher Zulassungsbeschränkung, anstatt Dutzende Schreiben an die Universitäten ihrer Wahl zu schicken.

Doch die Plattform hat Anlaufschwierigkeiten. In der jüngst abgelaufenen Bewerbungsphase für das Wintersemester haben nur 17 Unis teilgenommen — und keine einzige aus Nordrhein-Westfalen. Angestrebt ist aber, dass 150 Hochschulen auf Hochschulstart.de agieren.

„Es sind für das Wintersemester 13 300 Bewerbungen eingegangen für 2000 Studienplätze, die wir vergeben“, sagt Hochschulstart-Sprecher Bernhard Scheer unserer Zeitung. Das sind bei weitem nicht alle Studienplätze. Deshalb wird es wohl auch in diesem Herbst zu einem Chaos bei den Einschreibungen kommen.

Ziel von Hochschulstart.de ist es, die Einschreibung in Fächern mit örtlichem Numerus Clausus zu vereinfachen. Es sollte das Problem der nicht besetzten Studienplätze beheben. Viele Abiturienten bewerben sich nämlich an mehreren Hochschulen gleichzeitig.

Wenn die Zusage der Wunsch-Uni nicht dabei ist, warten sie, ob sie dort im Nachrückverfahren noch angenommen werden. Und blockieren bis zur endgültigen Entscheidung alle Plätze, für die sie eine Zusage besitzen. So werden viele Studienplätze reserviert, später aber nicht besetzt.

Im Wintersemester 2011/2012 waren es 13 096. Mehrfachzulassungen wären mit Hochschulstart.de ausgeschlossen. Denn: Sobald sich ein Bewerber für eine Hochschule entscheidet, ist sein Platz an anderen Unis direkt wieder frei.

Doch das System scheitert zurzeit an der Technik. „Die Probleme sind an vielen Universitäten noch nicht gelöst“, sagt Scheer. Tatsächlich sollte Hochschulstart.de — das auch die Aufgaben der ZVS, also die Vergabe von Medizin- und Zahnmedizinstudienplätzen — übernommen hat, bereits im Frühjahr 2011 an den Start gehen. „Es gibt keine Zielzahl, wann alle mitmachen“, sagt Scheer. „Es ist ja auch keine Pflicht für die Hochschulen.“

An der Bergischen Universität in Wuppertal wartet man ab. Sprecherin Maren Wagner: „Unser Softwaresystem ist mit dem von Hochschulstart noch nicht kompatibel. Wir gucken uns jetzt erst einmal den Pilotbetrieb an.“