NRW Grüne: NRW-Wahl soll „Anfang vom Ende der Bundesregierung“ einleiten

In den kommenden Bundestagswahlkampf ziehen die NRW-Grünen mit neuer Speerspitze. Der Anspruch des Landesverbands ist hoch: Die NRW-Landtagswahl im Mai soll die politische Großwetterlage so aufmischen, dass es auch in Berlin donnert.

 Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der NRW Grünen, spricht auf dem Landesparteitag der Grünen.

Sylvia Löhrmann, Spitzenkandidatin der NRW Grünen, spricht auf dem Landesparteitag der Grünen.

Foto: Roland Weihrauch

Oberhausen (dpa) - Mit neuem Spitzenpersonal ziehen die nordrhein-westfälischen Grünen in den Bundestagswahlkampf 2017. Auf Platz 1 seiner Landesliste wählte der mitgliederstärkste Grünen-Landesverband am Freitagabend mit über 92 Prozent Zustimmung Britta Haßelmann. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Bundestagsfraktion erhielt 253 von 263 gültigen Stimme. Zwei Delegierte stimmten mit Nein, acht enthielten sich. Eine Gegenkandidatin hatte die 54-jährige Bielefelderin nicht.

Auf Platz 2 setzte sich der stellvertretende Vorsitzende, Klima- und Verkehrsexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, in einer Kampfkandidatur gegen den Landesvorsitzenden Sven Lehmann durch. Auf den 47-jährigen Krischer aus dem Kreisverband Düren entfielen 52 Prozent der 271 gültigen Stimmen, auf seinen Kölner Mitbewerber Lehmann 47 Prozent.

Damit gehen die NRW-Grünen auf beiden Spitzenplätzen mit anderen Gesichtern in den Wettbewerb um die Wählerstimmen als bei der Bundestagswahl 2013. Damals war die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn die Nummer 1. Die 64-jährige Oberhausenerin strebt aber kein Mandat mehr im nächsten Bundestag an.

Die damalige Nummer 2 war Volker Beck. Er bewarb sich jetzt nicht mehr um den männlichen Part der Doppelspitze. Der auch innerparteilich nicht unumstrittene langjährige Abgeordnete will aber versuchen, über einen anderen aussichtsreichen Platz der NRW-Liste auch im nächsten Jahr wieder in den Bundestag einzuziehen.

Die Spitzenkandidatin der NRW-Grünen für die im Mai vorausgehende Landtagswahl, Schulministerin Sylvia Löhrmann, schwor die rund 300 Parteitagsdelegierten auf das Ziel ein: „Lasst uns 2017 den Anfang vom Ende der Bundesregierung einleiten.“ Ohne einen Regierungswechsel in Berlin seien auch in NRW viele Probleme nicht umfassend zu lösen. Die NRW-Landtagswahl im Frühjahr gilt als letzter großer Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst.

Bis zum Sonntag stellen die NRW-Grünen bei ihrem dreitägigen Landesparteitag personelle und inhaltliche Weichen für beide Wahlen. Bis einschließlich Samstag stimmen sie über 40 Plätze auf ihrer Bundestagswahlliste ab. Am Sonntag beschließen die NRW-Grünen ihr Programm zur Landtagswahl.