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Geldspritze vom Land für den Bau von günstigen Wohnungen

Geldspritze vom Land für den Bau von günstigen Wohnungen

Der Bedarf ist längst nicht gedeckt. Jeder zweite Bedürftige wird bei der Suche nach preisgünstiger Miete nicht fündig.

Düsseldorf. Städte wie Düsseldorf entwickeln sich zu „Luxus-Ghettos“, es gebe eine „soziale Spaltung in Beton“. Vor einem Jahr fand Michael Groschek (SPD), NRW-Minister für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung, vernichtende Worte für den Wohnungsmarkt im Land. Größtes Problem: Für die immer größer werdende Zahl der Einkommensschwachen stand immer weniger bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung.

Geldspritze vom Land für den Bau von günstigen Wohnungen
Foto: dpa

Ein Jahr später fällt Groscheks Urteil zum sozialen Wohnungsbau milder aus. „Es gibt so etwas wie eine Trendwende.“ 2013 sind landesweit 4680 neue Mietwohnungen gefördert worden und damit knapp ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Vor allem Düsseldorf und Wuppertal haben deutlich aufgeholt. In der Landeshauptstadt wurden im vergangenen Jahr 115 Mietwohneinheiten gefördert, zuvor waren es gerade einmal 27. In Wuppertal, wo es zuletzt gar keinen sozialen Wohnungsbau mehr gegeben hatte, sind 110 soziale Wohneinheiten entstanden. Krefeld und Mönchengladbach liegen mit einem Anstieg um ein Drittel genau im Landestrend.

Dennoch wird der Bedarf noch lange nicht gedeckt. Laut Ministerium sucht noch immer die Hälfte der umzugswilligen Menschen mit Wohnberechtigungsschein — 50 000 Personen — vergeblich nach einer Wohnung.

Dabei stellt das Land bis 2017 jedes Jahr 800 Millionen Euro Fördergeld für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum bereit. Doch allein in den vergangenen Jahren wurden davon jeweils knapp 300 Millionen gar nicht erst abgerufen — Bauprojekte im gehobenen Segment lohnen sich für die Kommunen eher.

Deshalb will das Bauministerium noch deutlicher gegensteuern. Um sozialen Wohnungsbau für Investoren attraktiver zu machen, dürfen Sozialmieten um 20 Cent angehoben werden. Das ergibt je nach Region einen Mietpreis von 4,25 bis 6,25 Euro pro Quadratmeter.

Außerdem wird erstmals der Abriss von sogenannten Schrottimmobilien mit zinsgünstigen Darlehen unterstützt, damit sich Investoren eher an diese Schandflecke in den Städten herantrauen. Zudem sind Tilgungsnachlässe von bis zu 50 Prozent möglich.

Beim barrierefreien Umbau bestehenden Wohnraums oder dessen energetischer Sanierung winken ebenfalls Tilgungsnachlässe von bis zu 20 Prozent. Auch die Darlehen werden günstiger. Sie betragen je nach Gemeinde 1100 bis 1650 Euro pro Quadratmeter. Im Vorjahr rangierten sie zwischen 850 und 1500 Euro.

Die Ingenieurkammer-Bau in NRW lobt das Programm als Schritt in die richtige Richtung. Die CDU-Opposition nannte die Wohnungsbaubilanz desaströs. Unter der schwarz-gelben Landesregierung hätten die Kommunen doppelt so viel Fördergeld für sozialen Wohnungsbau abgerufen wie heute. Das Fördergeld kommt aus dem ehemaligen Wohnungsbauvermögen des Landes, das von der NRW Bank verwaltet wird.