NRW: Demenz nicht weiter „abstempeln“

NRW: Demenz nicht weiter „abstempeln“

Kampagne wirbt für mehr Verständnis mit Betroffenen.

Düsseldorf. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens hat sich am Montag ganz bewusst „abstempeln“ lassen. Auf ihrer Stirn prangte ein rotes Herz, darum herum der Text: „Mensch. Auch mit Demenz“. Die Grünen-Politikerin stellte vor Journalisten eine mit den Pflegekassen und dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) gestartete Kampagne vor, die die allgemeine Haltung der Öffentlichkeit zu Demenz-Betroffenen verändern soll.

Steffens wies darauf hin, dass schon jetzt allein in NRW 320 000 demenziell betroffene Menschen leben, bis 2030 werde sich die Zahl nach Schätzungen auf 450 000 erhöhen. „Wir wollen mit der Kampagne, zu der unter anderem Plakate, Werbung in Bussen und Bahnen, ein Kampagnenfilm, Postkarten und Tanz-Flashmobs gehören, deutlich machen, dass diese Menschen in die Gesellschaft gehören. Dass Angehörige sich nicht für die Erkrankten schämen müssten.“ Steffens erklärt den Stempel auf ihrer Stirn: „Heute stempelt die Gesellschaft die Menschen negativ ab, wir wollen ein positives Abstempeln, wir wollen die öffentliche Haltung ändern.“

KDA-Vorsitzender Frank Schulz-Nieswandt erklärte, Ausgrenzung und Isolation bedeuteten für Menschen mit Demenz nicht selten eine Verschlechterung der Symptome. „Die Gesellschaft ist hier gefordert, wir alle stehen dazu in Verantwortung. Gehen wir offen auf Menschen mit Demenz zu und nehmen wir sie so an, wie sie sind.“ Diese Haltung solle durch die Kampagne geweckt beziehungsweise gestärkt werden. PK

demenz-service-nrw.de