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Blitzer: Blitzmarathon 2018: Warum NRW nicht dabei ist

Blitzer : Blitzmarathon 2018: Warum NRW nicht dabei ist

Düsseldorf. In sieben deutschen Bundesländern hat die Polizei mit einer groß angelegten Tempo-Kontrollaktion begonnen. Der startete am Mittwochmorgen planmäßig, wie ein Polizeisprecher in Hessen sagte.

Geblitzt wird ab 6.00 Uhr an Hunderten Kontrollstellen. Viele davon - etwa in Hessen und Thüringen - wurden vorab veröffentlicht. "Die Unfallprävention ist die vornehmste Aufgabe der Polizei", sagte der Sprecher.

NRW-Innenminister Reul hält Blitzmarathon für "ungeeignet"

Nicht alle Bundesländer sind in diesem Jahr bei dem eintägigen "Speedmarathon" dabei, so verzichten zum Beispiel Nordrhein-Westfalen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte im vergangennen Jahr im WZ-Interview das endgültige Aus des Blitzermarathons in NRW verkündet: "Das Thema ist durch. Ich sehe da keine Handlungsnotwendigkeit."

In ihrem Koalitionsvertrag hätten CDU und FDP den Blitzmarathon als "ungeeignet" bezeichnet, die Verkehrssicherheit dauerhaft zu verbessern, sagte Reul. Stattdessen wolle die neue Landesregierung die "zielgerichtete Verkehrsüberwachung" etwa in Form von unangekündigten Kontrollen verstärken.

Im April 2016 wurden in NRW alleine 30 000 Temposünder erwischt

Reuls Vorgänger Ralf Jäger (SPD) hatte den ersten Blitzmarathon im Februar 2012 initiiert. 2013 folgte die erste bundesweite Variante, 2015 ein europaweiter Blitzmarathon. Zuletzt hatte NRW beim Blitzmarathon im April 2016 mitgemacht. Bei der konzertierten Tempokontrolle mit Radar- und Lasermessgeräten waren dem Tag landesweit etwa 30 000 Temposünder auf den Straßen erwischt worden. Rund 900 000 Autos und Lastwagen waren überprüft worden.

Der sogenannte "Speedmarathon" dauert bis zu 24 Stunden. Jedes Präsidium kann laut Polizei eigene Schwerpunkte setzen. Hintergrund ist eine Aktionswoche des europäischen Polizei-Netzwerks Tispol. Die Organisation will die Zahl der Unfallopfer verringern. Zu schnelles Fahren zählt nach Angaben der Polizei zu den häufigsten Ursachen bei schweren Unfällen mit Toten oder Verletzten. dpa/red