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Abitur in Corona-Krise: Freitag soll es eine Lösung für NRW geben

Abitur in Corona-Krise : Freitag soll es eine Lösung für NRW geben

In der Corona-Krise zeichnet sich an den Schulen in Deutschland wegen der Abiturprüfungen ein großes Durcheinander ab. In NRW wird noch nach einer Lösung gesucht.

In der Corona-Krise zeichnet sich an den Schulen in Deutschland ein großes Durcheinander ab. Während in Hessen und Rheinland-Pfalz weiter Abiturprüfungen geschrieben werden, will Schleswig-Holstein als erstes Bundesland alle Prüfungen absagen. Sie halte diese Entscheidung in der derzeitigen Situation für geboten, sagte Bildungsministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag. Die Schüler im Norden sollen nach ihren Plänen zum Ende des Schuljahrs stattdessen Abschlusszeugnisse auf Basis bisheriger Noten erhalten.

Andere Bundesländer hatten ihre Prüfungen zunächst auf nach Ostern oder in den Mai verschoben

In NRW wird hingegen noch nach einer Lösung gesucht. Für die anstehenden Abiturprüfungen werden derzeit im Ministerium für Schule und Bildung verschiedene Szenarien erarbeitet, hieß es am Dienstag aus dem Schulministerium. Diese Lösungen seien „Grundlage für die weiteren Abstimmungen von Nordrhein-Westfalen mit den Bundesländer im Rahmen der Kultusministerkonferenz (KMK), die in dieser Woche noch stattfinden sollen“. Ziel der Landesregierung sei weiterhin, das weitere Vorgehen in einer möglichst breiten Ländergemeinschaft koordiniert abzustimmen.

Die Entscheidung in NRW über das Abitur werde nach diesen Gesprächen gefasst und am Freitag vorgestellt. Bei ihren Planungen, hieß es aus dem Ministerium, werden alle weiteren Abschlussprüfungen berücksichtigt, wie die rund 60.000 dezentral organisierten Abitur-, FHR- und Berufsabschlussprüfungen nach Landesrecht an den Berufskollegs und die zentralen Abschlussprüfungen der Klasse 10.

„Die durch das Coronavirus unvermeidliche bundesweite Einstellung des Unterrichts in allen Schulen ist eine absolute Ausnahmesituation, die ein besonnenes und abgestimmtes Vorgehen aller Beteiligten erforderlich macht“, sagte NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP). Es braucht jetzt nicht „die schnellstmögliche, sondern die bestmögliche Entscheidung“. Nordrhein-Westfalen sei auf verschiedene Szenarien vorbereitet und werde in dieser Woche noch einen Vorstoß unternehmen, „mit möglichst vielen Ländern einen gemeinsamen Weg einzuschlagen. Sollte dies nicht möglich sein, wird NRW unabhängig davon seine Entscheidungen treffen und diese am Freitag vorstellen“, kündigte Gebauer an.

Der Grund für das unterschiedliche Vorgehen liegt im Föderalismus: Für Bildung und Schulen ist jedes Bundesland selbst zuständig. Über Gremien wie die Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) versucht man, sich soweit es geht abzustimmen. In der Corona-Krise wird nun offensichtlich, dass das nicht oder nur schlecht funktioniert. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands Heinz-Peter Meidinger sagte, der jüngste Beschluss der KMK angesichts der Schulschließungen, „sich gegenseitig das Abi anzuerkennen, egal wie es zustande gekommen ist“, habe den Keim dafür gelegt, dass nun jedes Bundesland in der Corona-Krise beim Abitur mache, was es wolle.