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Duisburg: A 40-Sperrung: Rund 1,2 Millionen Schaden pro Tag

Duisburg : A 40-Sperrung: Rund 1,2 Millionen Schaden pro Tag

Die Sperrung der zentralen Rheinbrücke bei Duisburg bremst nicht nur Pendler und Reisende aus. Laut IHK schätzen die Unternehmen den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Sperrung auf rund 1,2 Millionen Euro - am Tag.

Düsseldorf. Nach der Sperrung der Rheinbrücke auf der Autobahn 40 müssen Speditionsunternehmen nach Ansicht ihres Verbandes mit teils existenziellen Verlusten rechnen. „Viele zum Teil mehrjährige Verträge sind bereits im vergangenen Herbst verhandelt worden“, sagte Marcus Hover vom Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen. „Die Unternehmen müssen nun so tun und wirtschaften, als wäre diese zentrale und überaus wichtige Brücke noch da.“

Etliche kurze Touren fielen aber aus oder könnten nur durch den Einsatz zusätzlicher Lastwagen kompensiert werden. Dafür gebe es in der Branche derzeit aber zu wenig Fahrer. „Am Ende wird es der Markt regeln, ob die Unternehmen, die die Route über die Brücke nutzen, die Preise erhöhen können“, sagte Hover.

Besorgt äußert sich auch die IHK. Die Unternehmen schätzen den volkswirtschaftlichen Schaden durch die Sperrung auf rund 1,2 Millionen Euro - am Tag. „Die A40 ist eine der Lebensadern des Ruhrgebiets“, sagte Stefan Dietzfelbinger, der Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve, am Freitag. „Sie ist unsere direkte Verbindung zu den niederländischen und belgischen Seehäfen.“

Für den Industrie- und Logistikstandort Duisburg-Niederrhein sei die Brücke von elementarer Bedeutung. Die IHK hatte vor zwei Jahren eine entsprechende Berechnung aufgestellt, als die A40-Brücke für fünf Wochen in eine Richtung gesperrt war. Nach Einschätzung der IHK verliert jeder Lkw-Fahrer durch die Umwege im Durchschnitt 49 Minuten, andere Autofahrer müssen mit 20 Minuten rechnen.

„Hochgerechnet auf alle geschäftlichen Fahrten bedeutet die Vollsperrung für den Standort Duisburg/Niederrhein einen Verlust von 140 Mannjahren im Monat“, sagte Dietzfelbinger. Jeder Tag der Sperrung koste daher die Arbeitsleistung von rund sieben „Mannjahren“. Zuvor hatte bereits die „NRZ“ über die Berechnung berichtet.

Die viel befahrene Brücke Neuenkamp bei Duisburg ist seit Mittwoch wegen eines Risses in einer Seilverankerung in beide Richtungen für Autos und Lastwagen gesperrt.

Da die Brücke baugleich mit der bereits maroden Leverkusener A1-Brücke sei, überrasche ihn der Schaden nicht, sagte Hover. „Wir sitzen zwar nicht auf einer tickenden Zeitbombe, aber es war bereits klar, dass die Brücke dringend saniert werden muss.“

Könne der Riss nicht ausgebessert werden, drohe der Totalausfall der Brücke auf der wohl wichtigsten Verbindung zwischen den Niederlanden und dem Ruhrgebiet. „Dann werden neben den Lkw auch Hunderttausende von Pkw die Ausweichrouten verstopfen“, warnte Hover. „Die Wirtschaft wird im Stau stehen. Das wäre ein großer volkswirtschaftlicher Verlust.“ (dpa)