Kohl: In bin dankbar und stolz

Kohl: In bin dankbar und stolz

800 Gäste feiern den gesundheitlich angeschlagenen Altkanzler.

Ludwigshafen. Die Worte kommen mühsam aus Helmut Kohls Mund, manchmal kann man ganze Sätze nicht verstehen. Aber er spricht eine Viertelstunde lang. Der gesundheitlich stark beeinträchtigte Altkanzler lässt sich in seiner Heimatstadt Ludwigshafen von 800 Gästen nachträglich zu seinem 80. Geburtstag feiern.

"Ich kann nur hoffen, dass mir noch einige Jahre geschenkt werden, gemeinsam mit meiner Frau Maike", sagt er. Am Ende seiner Rede erheben sich die Gäste und spenden Kohl Beifall. "Ich bin stolz und dankbar für dieses Leben", resümiert der Jubilar.

Im Rollstuhl wird Kohl zu Beginn des Festaktes in den großen Saal des Ludwigshafener Pfalzbaus geschoben, an seiner Seite ist seine zweite Frau Maike, Bundespräsident Horst Köhler, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

Vor zwei Jahren war der Altkanzler in seinem Haus gestürzt, die Ärzte diagnostizierten ein Schädel-Hirn-Trauma. Damals hätte er nicht gedacht, dass er zu seinem 80. Geburtstag wieder eine Rede halten könne, gibt Kohl zu. "Meine Gesundung ist meine Sache, und ich gebe die Hoffnung nicht auf", sagt er fast trotzig.

Wer glaubt, der Altkanzler sei altersmilde geworden, sieht sich getäuscht. Man solle denen "das Maul stopfen", die behaupteten, in Deutschland werde schlecht musiziert, sagt er, um das Orchester auf der Bühne zu loben.

Für den Altkanzler gibt es viel Lob. "Sie haben gezeigt: Deutschland hat schon ganz andere Herausforderungen gemeistert", lobt die Kanzlerin Kohl mit Blick auf die derzeitige Lage. Auch eine Anekdote hat sie parat: Bevor Kohl sie nach der Wende zur Familienministerin gemacht habe, habe er schlicht gefragt: "Verstehen Sie sich mit Frauen?"

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