Kirchentag: Nicht kämpferisch, aber auch nicht pessimistisch

Kirchentag: Nicht kämpferisch, aber auch nicht pessimistisch

Bremen. Der 32. Evangelische Kirchentag in Bremen sei ein "Ort der Ermutigung, angesichts der Krisen nicht den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen", sagte Kirchentagspräsidentin Karin von Welck am Tag vor dem Ende des Protestantentreffens.

Man sei nicht in Pessimismus verfallen, ergänzte Generalsekretärin Ellen Ueberschär auf der abschließenden Pressekonferenz. "Es war kein kämpferischer Kirchentag, sondern einer der gemeinsamen Suche nach Auswegen."

Die Zeit der klaren Fronten und einfachen Antworten sei vorbei. Neben den Ursachen und Auswirkungen der Wirtschaftskrise sieht die Kirchentagsleitung die Debatte um Bildungsgerechtigkeit und die Suche nach Verständigung der Religionen auf gemeinsame Werte als zentrale Themen des zu Ende gehenden Kirchentags. Erstmals war der christlich-jüdische Dialog zu einem Trialog mit dem Islam ausgeweitet worden.

Auf einer entsprechenden Podiumsdiskussion am Samstagvormittag sagte der evangelische Theologe Christoph Schwöbel, religiöser Fundamentalismus sei auch nur religiös therapierbar: "Man muss nicht an die Unfehlbarkeit der Bibel glauben, um an den dreieinigen Gott zu glauben." Kritik an anderen Religionen sei umso glaubwürdiger, "je mehr sie mit Selbstkritik verbunden ist". Schon vor dem Ende des Evangelischen Kirchentags ist die Diskussion um den 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München entbrannt.

Der Religionspädagoge Fulbert Steffensky forderte zu einem gemeinsamen Abendmahl von Protestanten und Katholiken auf. "Wir können nicht darauf warten, bis die letzten fußkranken Mitglieder von Kirchenleitungen angekommen sind und das Mahl für erlaubt halten�, sagte er bei einer Bibelarbeit. Der Theologe Friedrich Schorlemmer forderte gar zum Boykott von München auf, sollten in dieser Frage keine Fortschritte zwischen den Konfessionen erzielt werden. Diese Drohung stufte Eckhard Nagel, evangelischer Präsident des Ökumenischen Kirchentags, als "bescheuert" ein. Nicht zu kommen, sei keine Antwort auf die Probleme.

Es werde aber in München "erkennbare Symbole" als Zeichen für Fortschritte in der Ökumene geben. Eine drängendere Frage als das gemeinsame Abendmahl seien aber womöglich unterschiedliche Bewertungen der Laienbewegung innerhalb der Kirche.