Jobs: Forscher - 2025 kaum noch Arbeitslose

Jobs: Forscher - 2025 kaum noch Arbeitslose

Die Zahl der erwerbsfähigen Deutschen wird drastisch sinken. Davon profitieren vor allem Berufsanfänger.

Nürnberg. Der deutsche Arbeitsmarkt steuert nach Experteneinschätzung langfristig rosigen Zeiten entgegen. Im Jahr 2025 werden in Deutschland der Prognose zufolge nur noch knapp 1,5Millionen Menschen ohne Arbeit sein. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die am Donnerstag vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg veröffentlicht wurde.

Derzeit sind zusammen mit der stillen Arbeitsmarktreserve (Erwerbswillige, die sich nicht arbeitslos melden) knapp fünf Millionen ohne Arbeit. Die Zahl der Arbeitslosen allein lag zuletzt bei 3,242 Millionen.

Der Grund für den Rückgang sei die Überalterung der Bevölkerung. Allein bis 2020 wird die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter nach Berechnungen der Nürnberger Arbeitsmarktforscher um 1,8 Millionen sinken; um weitere 1,8 Millionen gehe die Zahl zwischen 2020 und 2025 zurück.

Im Gegenzug werde die Zahl der Erwerbstätigen bis 2020 um fast 400000 steigen, um bis 2025 wieder um 500000 zu sinken, prognostizieren die Arbeitsmarktforscher. Vor allem Berufsanfänger würden profitieren, Firmen junge Menschen massiv umwerben.

Zugleich wird sich nach der IAB-Prognose der Strukturwandel der Wirtschaft mit entsprechenden Folgen für die Arbeitsplätze fortsetzen. Betroffen seien vor allem Industriearbeiter.

Von den 18,3 Millionen Jobs im verarbeitenden Gewerbe werden bis 2025 nur 16 Millionen übrig bleiben. Nicht alle der wegfallenden Jobs seien aber verloren; vielmehr würden künftig noch stärker Zeitarbeitsunternehmen in die Bresche springen; ein Teil der Industrie-Jobs werde lediglich verlagert.

Die Entwicklung hin zu flexiblerem Personaleinsatz verbunden mit dem Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft werde die entsprechenden Branchen deutlich stärken.

Das IAB geht daher davon, dass künftig der Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor bis 2025 auf 77 Prozent steigt; derzeit liege der Anteil bei 73,2 Prozent nach 64,6 im Jahr 1995. Auch künftig werde der Export ein wichtiger Konjunkturmotor bleiben.

Mehr von Westdeutsche Zeitung