Ostermarsch zu Ende: Mehr Zulauf wegen Ukraine-Konflikt

Ostermarsch zu Ende: Mehr Zulauf wegen Ukraine-Konflikt

Hunderte Teilnehmer haben beim Ostermarsch durchs Ruhrgebiet Zeichen gesetzt gegen Krieg und Gewalt. Vor allem der Ukraine-Konflikt bewegte die Menschen. Trotzdem gehen insgesamt immer weniger mit.

Bochum/Dortmund (dpa). Zum Ende des Ostermarsches durch das Ruhrgebiet haben Friedensdemonstranten am Montag den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine in den Blickpunkt gerückt.

Auf der dritten und letzten Etappe setzten sie sich für eine schlichtende Rolle Europas ein. Zudem sei ein Selbstbestimmungsrecht für die Ukraine gefordert worden, sagte Joachim Schramm, Sprecher des Organisationskreises, am Montag. Das Thema habe erstmals wieder mehr Menschen als in den Vorjahren mobilisiert. Zur Abschlusskundgebung in Dortmund seien rund 700 Teilnehmer gekommen, berichtete Schramm.

Drei Tage lang waren die Kriegs- und Atomkraftgegner auf verschiedenen Routen durch das Ruhrgebiet unterwegs. Mit bunten Friedensfahnen und Spruchbändern gingen sie unter anderem für Abrüstung und gegen die Abschottung europäischer Grenzen gegen Flüchtlinge auf die Straße. Auf der letzten Etappe von Bochum nach Dortmund nahmen sie am Montag die Rolle der Bundeswehr ins Visier. Sie wandten sich gegen zu viel Einflussnahme der Bundeswehr im Katastrophenschutz.

Die Teilnehmer wollten bei ihrem Marsch zudem Flagge zeigen gegen die rechte Szene in Dortmund. Obwohl insgesamt immer weniger Menschen bei den Ostermärschen mitgehen, sahen sich die Organisatoren in ihren Positionen von der Bevölkerung getragen. „Wir sind eine der wenigen Bewegungen in Deutschland, die noch immer Tausende bundesweit auf die Straßen bringt“, sagte der Sprecher der Organisatoren. „Heute sind jedoch viele Konflikte weiter weg vom Alltag der Menschen, als zu Zeiten der atomaren Aufrüstung, als die Leute konkret Angst vor einem dritten Weltkrieg hatten.“

Zu Beginn der 1980er Jahre waren in Deutschland bis zu eine Million Menschen bei den Ostermärschen dabei. Nach dem Ende des Kalten Krieges sei das Gefühl der direkten Bedrohung weggefallen, meinte Manfred Stenner vom Bonner Netzwerk Friedenskooperative. Zudem seien viele Initiativen überaltert, junge Aktive fehlten. Bundesweit hatte die Friedensbewegung am Osterwochenende mit etwa 80 Veranstaltungen für eine Welt ohne Krieg und Gewalt geworben.

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