Hohe Dunkelziffer vermutet : Krankenkassen stellen etwas weniger Behandlungsfehler fest
Berlin (dpa) - Die gesetzlichen Krankenkassen haben im vergangenen Jahr etwas weniger Behandlungsfehler in Kliniken und Arztpraxen festgestellt.
Nach Patienten-Beschwerden wurden 13 519 Gutachten geschrieben und 3337 Fehler und Schäden bestätigt - also fast in jedem vierten Fall, wie der Medizinische Dienst der Kassen (MDK) am Dienstag mitteilte. Im Jahr 2016 hatte es 3564 solcher Fälle gegeben. Tatsächlich auch Ursache für Gesundheitsschäden waren Fehler nun in 2690 (Vorjahr: 2948) Fällen. Von Kassen, Patientenschützern und aus der Politik kommen Rufe nach einer umfassenden Fehler-Statistik.
Zwei Drittel aller Vorwürfe betrafen Behandlungen in Krankenhäusern, wie die Kassen-Statistik ergab - knapp ein Drittel (4250 Fälle) bezog sich auf Orthopädie und Unfallchirurgie. Am häufigsten bestätigte sich ein Fehlerverdacht dann in der Pflege, der Zahnmedizin und der Frauenheilkunde. Generell seien auch immer wieder die gleichen und vermeidbaren Fehler zu sehen, die nie passieren dürften, sagte Stefan Gronemeyer, Vize-Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes - „vom im Körper vergessenen Tupfer bis hin zu Verwechslungen von Patienten“.
Die Ärzteschaft, die eigene Beschwerdestellen hat, berichtete bereits Anfang April über ihre Bilanz für 2017. Die Zahl der festgestellten Fehler ging dort leicht auf 2213 bestätigte Fälle zurück. In Deutschland gibt es jährlich rund 20 Millionen Behandlungen in Krankenhäusern und rund eine Milliarde Arztkontakte in Praxen.