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Jeder Fünfte hat ausländische Wurzeln

Jeder Fünfte hat ausländische Wurzeln

Zahl der Zuwanderer steigt. Probleme mit der Integration vor allem bei Türken.

Berlin. Deutschland ist praktisch auf dem Weg zu einem modernen Einwanderungsland. Doch bei der Integration der Zuwanderer gibt es immer noch große Probleme. Zu diesem Schluss kommt das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in einer aktuellen Studie, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Knapp 20 Prozent der Bevölkerung haben ausländische Wurzeln. Das sind rund 15,3 Millionen Personen. Längst nicht alle Zuwanderer bleiben jedoch auf Dauer. Würden alle seit 1960 Eingewanderten heute noch in Deutschland leben, gäbe es hier 42 Millionen zugewanderte Personen. Die Migranten sorgen im Schnitt für ein Drittel der in Deutschland geborenen Kinder, obwohl sie nur ein Fünftel der Wohnbevölkerung stellen. Ohne die Migranten wären 2012 in Deutschland lediglich 400 000 statt 673 000 Kinder zur Welt gekommen. Das liegt vor allem daran, dass die Zuwanderer mit durchschnittlich 35 Jahren etwa zehn Jahre jünger sind als die angestammte Wohnbevölkerung.

Derzeit liegen die Zuwanderungszahlen auf Rekordniveau. Im vergangenen Jahr gab es per Saldo fast 440 000 Neuzugänge. Vor einigen Jahren überwogen noch die Fortzüge gegenüber den Zuzügen. Der deutliche Zuwanderungsgewinn ist vor allem auf die Krise in den südlichen EU-Ländern zurückzuführen.

Als Faustregel gilt: Je kürzer die Zuwanderung zurückliegt, desto höher fallen die Bildungsabschlüsse der Migranten aus. Seit 2005 liegt ihr Akademikeranteil sogar höher als in der einheimischen Bevölkerung. Von einer massenhaften Armutszuwanderung könne also keine Rede sein, heißt es in der Studie.

Bei den türkischen Migranten. Jeder fünfte aus der Türkei zugewanderte Mann und jede dritte Frau haben weder einen Schul-, noch einen Berufsabschluss. Auch die hier Geborenen mit türkischer Abstammung liegen in Sachen Bildung deutlich unter dem Durchschnitt der einheimischen Deutschen. Eine Änderung der Situation sei kaum in Sicht, heißt es in der Studie. Denn auch unter den Türkischstämmigen im Alter zwischen 16 und 20 Jahren hätten 2010 nur 15 Prozent ein Gymnasium besucht. Unter den Einheimischen waren es 25 Prozent.