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Erika Steinbach fällt auf Postillion-Satire herein

Erika Steinbach fällt auf Postillion-Satire herein

Düsseldorf. Die ehemalige CDU-Politikerin twittert gerne und lässt die Netzwelt wissen, was sie so denkt. Ihre Meinungsäußerungen sind oft sehr rechts angesiedelt. Freitagvormittag tat sie das dann wieder.

Sie kommentierte eine Fotomontage, auf der ein Mann mit einem dunklen Bart zu sehen ist. Rechts neben dem Mann ist eine Jägermeisterflasche einmontiert, darüber prangt die Titelzeile: "Verletzt seine religiösen Gefühle: Muslim will wegen kreuz im Logo keinen Jägermeister mehr trinken."

Steinbach nahm das zum Anlass einen ihrer typischen Tweets abzusetzen und sich aufzuregen über die Zustände in Deutschland. Sie schrieb: "Hoppla, ich dachte Muslime dürfen keinen Alkohol trinken. Also kann Jägermeister diese Drohung gelassen hinnehmen. Aber es ist schon dreist, was hier in Deutschland abgeht."

Ihr Post ging viral, aber nicht etwa, weil sie Zustimmung ihrer angeblichen 74.000 Follower bekam, sondern die Netzgemeinde amüsierte sich. Steinbach nahm einen Beitrag des Satire-Magazins "Der Postillion" angeblich ernst. (Hinweis: Das geteilte Bild von Steinbach erschien ursprünglich bei @dergazetteur , mit dem Postillion zusammenarbeitet.) Der Spott ließ nicht lange auf sich warten: So twitterte Volker Dohr: Wenn Leute, die gerne von "Lügenpresse" reden, auf den Postillon reinfallen.

Ein Nutzer Holger Hinz bemerkte: Damit zeigt #Steinbach,dass es ihr egal ist,woher ihre "Informationen" stammen. Hauptsache Hetze gegen Geflüchtete und Muslime weiterverbreiten.

In der Tat hat Erika Steinbach das Bild ohne Verweis auf die Quelle von "Der Gazetteur" verwendet und ihren Tweet abgesetzt.

Der Nutzer "derEiermann" schrieb: Ich bin froh, dass eine seriöse Politikerin wie Frau Steinbach sich nur auf glaubwürdige Quellen wie den Postillon beruft!

Steinbach indessen geht nicht auf die Posts ein. Sie sieht die Satire nun selbst als Beleg dafür wie weit es in Deutschland schon gekommen sei: "Auch als Satire macht es die Schizophrenie in unserem Lande sehr treffend deutlich...", schreibt sie. Immerhin bleibt sie damit voll und ganz auf ihrer Linie.

Steinbach hatte Anfang 2017 der CDU mit großem Knall den Rücken gekehrt - begleitet von massiven Vorwürfen an Parteichefin Angela Merkel wegen deren Flüchtlingspolitik. Auf eine erneute Bundestagskandidatur hatte sie bereits vor ihrem Parteiaustritt verzichtet. Danach machte sie im Sommer parteilos Wahlkampf für die rechtspopulistische AfD. red/dpa