dpa-Nachrichtenüberblick Politik

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Medien: Ein Paris-Attentäter absolvierte Terror-Training im Jemen

Washington (dpa) - Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter von Paris hat nach Informationen von US-Medien ein Terror-Training im Jemen absolviert. Said Kouachi, der ältere der beiden Brüder, habe in dem Land im Jahr 2011 an der Ausbildung lokaler Al-Kaida-Einheiten teilgenommen. Er sei im Umgang mit Schusswaffen geschult worden, berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf einen hohen Regierungsbeamten. Beide Brüder seien im Visier der US-Behörden gewesen, so das Blatt. US-Geheimdienste untersuchten derzeit, ob der Al-Kaida-Ableger den Anschlag von Paris ausdrücklich angeordnet habe.

Houellebecq will islamkritischen Roman nicht mehr bewerben

Paris (dpa) - Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq will seinen islamkritischen Roman „Soumission“ zunächst nicht mehr bewerben. Der Autor sei tief betroffen vom Tod seines Freundes Bernard Maris, der bei dem Mordanschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ getötet wurde. Das sagte sein Agent der Nachrichtenagentur AFP. Laut France Info will Houellebecq Paris in verlassen. Der Anschlag mit zwölf Toten wurde am Tag des Erscheinens des Buches verübt. Houellebecq beschreibt darin das Leben in Frankreich unter einem muslimischen Präsidenten.

Zeitung: Gabriel ruft zu Großdemonstration gegen Terror auf

Berlin (dpa) - Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat angesichts des Anschlags von Paris Parteien und Verbände zur einer gemeinsamen Großkundgebung in Berlin aufgerufen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Bezug auf einen Brief Gabriels an demokratische Parteien, Religionsgemeinschaften, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Sozialverbände und andere gesellschaftliche Gruppen. Darin ruft der Wirtschaftsminister dazu auf, für ein „friedliches und demokratisches Zusammenleben in Deutschland und Europa“ zu demonstrieren.

Offenbar Hunderte Tote bei Boko-Haram-Offensive im Norden Nigerias

Kano (dpa) - Bei einem Großangriff der Islamistenmiliz Boko Haram im Nordosten Nigerias sind offenbar Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Ein Sicherheitsbeamter im Bundesstaates Borno sagte, die Islamisten hätten elf Ortschaften überrannt. „Viele Menschen in den Dörfern fliehen jetzt in den Busch“, fügte er hinzu. Die Katastrophenschutzbehörde bereite einen Hilfseinsatz vor. Beamte wiesen Medienberichte entschieden zurück, wonach bei den Angriffen bis zu 2000 Menschen getötet worden seien. Die Europäische Union zeigte sich schockiert über die jüngsten Angriffe.

EU will Ukraine mit weiteren 1,8 Milliarden Euro helfen

Riga (dpa) - Die EU-Kommission will der pleitebedrohten Ukraine weitere 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Die Ukraine brauche die Solidarität der anderen Europäer, begründete EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker die Entscheidung. Die EU zeige damit, dass die Solidaritätsbekundungen nicht nur leere Worte seien. Das frische EU-Geld soll in Form mittelfristiger Darlehen fließen. Die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament müssen der neuen Hilfe noch zustimmen. Die Ukraine steht wegen des Bürgerkriegs am Rande eines Staatsbankrotts.

Sri Lankas Präsident verliert die Wahl - Gesundheitsminister siegt

Colombo (dpa) - Der seit zehn Jahren regierende Präsident von Sri Lanka hat überraschend die Wahlen verloren. Mahinda Rajapaksa räumte die Niederlage ein. Wahlsieger ist demnach der bisherige Gesundheitsminister Maithripala Sirisena. Er soll nach Medienberichten noch heute vereidigt werden. Sirisena hatte die wachsende Machtfülle Rajapaksas kritisiert und demokratische Reformen angekündigt. Einer seiner ersten großen Auftritte dürfte die Begrüßung von Papst Franziskus sein. Der Pontifex wird am Dienstag in Colombo erwartet. Sirisena war ein enger Mitarbeiter Rajapaksas.

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