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Die Probleme mit der Windenergie auf See

Die Probleme mit der Windenergie auf See

Schwarz-Rot korrigiert die Ausbauziele nach unten. Wie sieht jetzt die Zukunft aus?

Berlin. Die neue Bundesregierung will die Ziele für den Ausbau der Windenergie auf See kräftig zusammenstreichen. Damit passt sie sich der Realität an. Die Offshore-Anlagen kommen langsamer voran als geplant.

Auf Nord- und Ostsee weht ein stetiger Wind, so dass die Windkraftwerke rund um die Uhr Strom liefern — das ganze Jahr. Das ist bei Windkraft an Land und bei Sonnenenergie nicht so. Wegen der kontinuierlichen Produktion können die Offshore-Windkraftanlagen Atom- und Kohlekraftwerke ersetzen. Es müssen keine „Schattenkraftwerke“ eingeplant werden, die bei Windstille Strom liefern.

Noch nicht sehr viele, gemessen an den Zielen. In Nord- und Ostsee sind es zusammen etwas mehr als 100 Windräder mit einer Leistung von mehr als 500 Megawatt. Doch sind nach Zählung der Stiftung Offshore-Windenergie weitere Anlagen mit zusammen 3000 Megawatt Leistung bereits im Bau oder fest geplant.

Es gab mehr technische Probleme als erwartet. Die Windkraftwerke werden weit draußen auf hoher See errichtet. Das Wasser ist tief, die See rau. Die Trassen für die Stromkabel mussten teilweise von Munition aus dem Weltkrieg freigeräumt werden. Die Anbindung der Windparks an die Stromnetze verzögerte sich. Die Infrastruktur musste zum Teil erst errichtet werden.

Ein wichtiger Punkt ist noch unklar: Wie soll die Windenergie auf See gefördert werden? „Die Investoren brauchen eine sichere Grundlage“, sagt Ronny Meyer von der Windenergie-Agentur WAB. Ein Windpark mit 80 Windrädern kostet 1,5 Milliarden Euro. Die Unternehmen investieren solche Summen nur, wenn sie auch sicher sind, dass sich das Investment lohnt.

Das sieht ganz gut aus. „Die Ausbauziele müssen angepasst werden, um Leerstände bei der Netzanbindung zu verhindern“, sagt eine Tennet-Sprecherin. „Das ist ein wichtiger Baustein, um die Kosten der Energiewende im Griff zu behalten. Die jetzt getroffene Festlegung in den Koalitionsverhandlungen auf ein Ausbauziel von 6500 Megawatt ist da der richtige Schritt.“