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Die CDU zieht mit „falscher Oma“ in den Wahlkampf

Die CDU zieht mit „falscher Oma“ in den Wahlkampf

Bei ihren Wahlplakaten gehen die Christdemokraten kein Risiko ein. Nach ihren Motiven ist in Deutschland alles wunderbar.

Berlin. Ist die lachende Oma auf dem Plakat eigentlich eine echte Oma? Was haben zwei Mopedfahrer mit einem stabilen Euro zu tun? Wieso trägt einer immer auf den Plakaten der CDU blaue Kleidung? Generalsekretär Hermann Gröhe musste sich am Montag ein paar stichelnde Fragen gefallen lassen, als er die erste von drei Plakatserien seiner Partei zur Bundestagswahl vorstellte.

Die CDU, meinte Gröhe, starte jetzt für alle sichtbar in die heiße Phase des Wahlkampfes. Nur: Im Gegensatz zur SPD wagt die Union dabei nichts Neues. Deutschland ist fröhlich. Es wird gelacht und gegrinst. Die Oma mit der Enkelin, der Papa mit der Tochter vor einem fliegenden Pfannekuchen, der Chef mit der Auszubildenden. Allen geht es gut, alle verstehen sich prächtig.

In der CDU-Zentrale hatte man am Montag den Eindruck, die Kampagne-Motive schon zigmal in Wahlkämpfen gesehen zu haben. Überraschungseffekt? Gleich Null. „Wunderbare Farben“ habe man gewählt, schwärmte Gröhe. So viel zum erwähnten Blau. Die gezeigten Personen würden alle in Deutschland leben und hätten „professionell“ zur Verfügung gestanden. Kurzum: Oma und Enkelin sind nicht echt.

Plakate seien dazu da, so Gröhe weiter, den eigenen Wählern zu signalisieren: „Alle Mann an Deck, die Wahl rückt näher.“ Man beschränke sich dabei auf die Kernkompetenzen der Union: solide Finanzen, mehr für Familien, starke Wirtschaft. Wer darüber hinaus etwas erfahren wolle, könne ins Regierungsprogramm schauen. 8700 der großen Plakate sollen bundesweit aufgestellt werden, in der ersten Phase wird es nur ein kleines mit Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch geben.