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Blitzmarathon: Polizei jagt Temposünder europaweit

Blitzmarathon: Polizei jagt Temposünder europaweit

In 22 Ländern wird am 16. und 17. April gemessen. NRW beschränkt sich wegen einer Trauerfeier auf einen Tag.

Düsseldorf. Der nächste Blitzmarathon steht vor der Tür. Am 16. und 17. April jagt die Polizei wieder rund um die Uhr Temposünder. Wegen der Trauerfeier für die Opfer des Germanwings-Fluges im Kölner Dom am 17. April wird die Aktion in NRW und Rheinland-Pfalz auf den 16. April beschränkt, sagte ein Sprecher des Innenministeriums.

Die Aktion, die im Februar 2012 von NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) ins Leben gerufen worden war, wird erstmalig europaweit durchgeführt. Neben Deutschland beteiligen sich 21 Länder wie zum Beispiel die Niederlande, Belgien, Italien, Ungarn, Serbien, Kroatien und Rumänien. Um 6 Uhr morgens geht es los. Auch diesmal können Bürger in ihren Städten Wünsche äußern, an welchen Stellen die Radarfallen stehen sollen. Heute stellt Jäger Details vor.

Ziel ist es, die Zahl der Verkehrsopfer deutlich zu senken. „Wir wollen den Autofahrern ihre eigene Fahrweise bewusst machen“, sagte Jäger nach dem letzten Blitzmarathon 2014. Als positiven Effekt wertete er, dass die Autofahrer auch in den Tagen nach einem Blitzmarathon mehr auf ihr Tempo achteten. Anfang Februar musste Jäger aber eine negative Bilanz vorlegen: Im Vergleich zu 2013 ist die Zahl der Verkehrstoten in NRW im Vorjahr um 41 auf 520 gestiegen, 13 490 Schwerverletzte bedeuteten einen Anstieg von elf Prozent.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht das Projekt Blitzmarathon mit gemischten Gefühlen. „Als spektakuläre Aktion war er wichtig, um das Thema Raserei in die Köpfe der Bürger zu bekommen“, sagt der GdP-Vorsitzende von NRW, Arnold Plickert im Gespräch mit unserer Zeitung.

Allerdings reiche dies nicht aus. Man müsse den Verfolgungsdruck eigentlich an 365 Tagen im Jahr aufrechterhalten. Plickert: „Aber wir können nicht überall sein.“ Der Termin im April sei aus Sicht der Polizei in NRW sichergestellt, „auf Dauer werden wir dies personell nicht leisten können“, so Plickert weiter. Mehr als 3000 Polizisten sind bei einem Blitzmarathon landesweit im Einsatz, „dann bleiben alle anderen Arbeiten liegen“, sagt Plickert.