Berliner Notizen: Bissige Partner

Berliner Notizen: Bissige Partner

Twitter-Fan Der neue CDU-Generalsekretär Peter Tauber gehört zu den eifrigsten politischen Akteuren im Online-Kurznachrichtendienst Twitter.

Allerdings häufig mit Banalitäten. „Guten Morgen Berlin“ twitterte der Hesse zum Beispiel in dieser Woche, oder: „Nochmals ins Büro“. Als ob die Welt deshalb den Atem anhielte. Ganz nett las sich allerdings dieser Tweet: „Ralf Stegner ist in meinem Wahlkreis unterwegs. Das läuft da ganz gut. Bitte nichts kaputt machen, Herr Kollege.“ Stegner ist SPD-Vize. So viel Bissigkeit gegenüber dem Koalitionspartner muss schon sein.

Angela Merkel und Vladimir Putin brauchen keine Dolmetscher, wen nsie miteinander reden. Foto: ALEXANDER DEMIANCHUK

Dolmetscher Was wäre die politische Verständigung ohne Dolmetscher? Angela Merkel (CDU) verzichtet allerdings zuweilen auf eine Übersetzung. Schon vor Jahren hatte die Kanzlerin erklärt, dass sie mit dem russischen Präsidenten Putin überwiegend deutsch spreche, weil der das besser könne als sie Russisch. Zur Sicherheit sei aber meist ein Dolmetscher dabei, so Merkel. Über Merkel-Putin-Gespräche wird sogar kolportiert, dass beide ihren Übersetzer korrigierten, wenn sie sich nicht korrekt wiedergegeben fühlten.

Roger Willemsen beobachtete Bundestagssitzungen. Foto: Jens Kalaene

Polit-Tour Ein Jahr lang hat der Publizist Roger Willemsen jede Bundestagssitzung beobachtet. Das Ergebnis fasst er in seinem Buch „Das Hohe Haus“ zusammen. Es liest sich ähnlich wie das, was Willemsen schon während seiner Polit-Tour aufstöhnen ließ: „Man denkt, alle Welt schaut auf dieses Haus. Und dann findet man so viel Unbeobachtetes“. Dabei ist das gar nicht überraschend. Denn wenn die Kameras abgeschaltet und die Besucher verschwunden sind, dann sind die verbliebenen Abgeordneten tatsächlich ganz unter sich. Wie sagte der einstige CSU-Landegruppenchef Michael Glos so schön? Wer etwas geheim halten wolle, der rede im Bundestag.

Christine Haderthauer (CSU) findet, ihre Partei ist oft gegen oder für was. Foto: A2585 Frank Leonhardt

Apropos CSU Die bayerische Staatsministerin Christine Haderthauer wusste jüngst in Berlin einen ganz besonderen Charakterzug ihrer Partei zu preisen: Die CSU habe die Eigenheit, „Politik noch für die Menschen zu machen“. Donnerwetter! Haderthauer räumte allerdings ein: „Wir sind häufig für und gegen eine Sache.“ Kein Zweifel, besonders CSU-Chef Horst Seehofer hat es darin zu wahrer Meisterschaft gebracht.

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