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Annegret Kramp-Karrenbauer erhält Gegenwind aus den eigenen Reihen

K-Frage bei der Union : Die Union und die Frage, ob AKK Spitzenkandidatin wird

CDU/CSU sind sich uneins, wer ins Rennen um den Bundeskanzler-Posten gehen soll. Interessenten gibt es genügend. Für CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer könnte es schwierig werden.

Könnte sie Kanzlerin? Diese Frage wird schon seit Monaten gestellt. Die Debatte holt Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) selbst dann ein, wenn sie als Verteidigungsministerin rund 4000 Kilometer entfernt von Deutschland in Mali weilt. Wie jetzt wieder. In der Union wird die Forderung nach einer Urwahl des nächsten Kanzlerkandidaten laut. Ein Angriff auf die CDU-Vorsitzende.

Glaubt man den Umfragen, müsste AKK die Flinte bereits ins Korn werfen. Die persönlichen Beliebtheitswerte sinken seit Monaten. Dabei hat die Saarländerin den Sommer weitgehend pannenfrei überstanden. Auch als Verteidigungsministerin konnte sie erste Erfolge verbuchen – die Gratisbahnfahrten für Soldaten etwa oder die Verlängerung des Mandats für den umstrittenen Bundeswehreinsatz in Jordanien und dem Irak zählen dazu. Doch es dauert, bis sich kleine Erträge auswirken. Alldieweil es im Wehrressort besonders schwierig ist, das eigene Image aufzupolieren.

Nun sind Umfragen stets mit Vorsicht zu genießen, sie können sich so rasch drehen wie der Wind. Auch Angela Merkel hatte als frischgebackene CDU-Chefin und später bei ihrer ersten Kanzlerkandidatur im Jahr 2005 alles andere als gute Werte. Kramp-Karrenbauers Problem ist daher ein anderes: Viele in der Partei sind inzwischen der Auffassung, dass sie es nicht kann. Zumindest hinter vorgehaltener Hand wird das so krass gesagt. AKK bleibe unter ihren Möglichkeiten, sie habe sich zu oft verzettelt, was auch mit einem fehlenden Netzwerk im politischen Berlin und schlechter Beratung begründet wird. Dass sie nicht in der Unionsfraktion verankert ist, spielt bei diesen Einschätzungen ebenfalls eine Rolle.

Junge Union und Werte Union wollen Abstimmung zu K-Frage

Deswegen fühlen sich nun jene ermutigt, die der Vorsitzenden bei der K-Frage am liebsten das erste Zugriffsrecht aus der Hand nehmen würden. So will die Junge Union bei ihrem Deutschlandtreffen am Wochenende in Saarbrücken über einen Antrag abstimmen, wonach die Mitglieder die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur erhalten sollen.  Die Werte-Union will beim CDU-Bundesparteitag Ende November in Leipzig ebenfalls einen Antrag zur Urwahl des Kandidaten oder der Kandidatin einbringen.

Sollte es dafür eine Mehrheit bei den Delegierten geben, wäre dies eine erhebliche Beschädigung der Vorsitzenden. Zur Wahl steht AKK bei dem Konvent nicht, offiziell wird sie erst Ende 2020 zur Wiederwahl antreten. Aber mit einem solchen Beschluss böte sich womöglich jenen mehr Spielraum, die im Schatten der Parteichefin auf ihre Chance lauern.

Da wäre Jens Spahn zu nennen, Gesundheitsminister und einer der Unterlegenen im Kampf um den CDU-Vorsitz. Er hat erheblich an Profil gewonnen. Spahn ist freilich erst 39 Jahre alt. Zu nennen ist auch Friedrich Merz, der allerdings viele seiner Unterstützer enttäuscht hat, weil er sich zu wenig engagiert und kaum noch Akzente setzt. Ambitionen werden ebenso NRW-Ministerpräsident Armin Laschet nachgesagt. Dann fällt inzwischen auch der Name von CSU-Chef Markus Söder, der zunehmend Spaß an der Bundespolitik hat. Ohne sein Votum gibt es sowieso keinen gemeinsamen Kanzlerkandidaten der Unionsparteien. Das weiß auch AKK.