Sendung im ZDF „Aktenzeichen XY“ bringt erste Hinweise zum Fall Lübcke

Kassel · Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und der Fernsehfahndung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ sind neue Hinweise bei den Ermittlern eingegangen.

 Absperrband ist vor dem Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) zu sehen.

Absperrband ist vor dem Haus des verstorbenen Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) zu sehen.

Foto: dpa/Swen Pförtner

Die Polizei in Kassel hat nach der Ausstrahlung eines Zeugenaufrufs in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ von Zuschauern erste Hinweise im Fall des Tötungsdelikts an Walter Lübcke bekommen. „Die ganz heiße Spur ist allerdings noch nicht dabei“, sagte ein Sprecher der ermittelnden Sonderkommission am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP.

Am Mittwochabend wurden in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ Zuschauer aufgerufen, Bilder und Videos von einer Kirmes an die Polizei zu schicken, die zum Tatzeitpunkt ganz in der Nähe des Wohnhauses von Lübcke stattfand. Ebenso wurden Zeugen, die um das Wohnhauses Lübckes Verdächtiges bemerkt haben könnten, aufgerufen, sich bei der Polizei zu melden.

Es seien während und nach der Sendung auch ein paar Anrufe mit Hinweisen eingegangen, erklärte der Sprecher. Wie viele Hinweise seit der Ausstrahlung insgesamt eingegangen sind, ließ die Polizei offen.

Walter Lübcke (CDU), Präsident des Regierungspräsidiums Kassel, war in der Nacht zum Sonntag auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen-Istha tot aufgefunden worden. Reanimationsversuche blieben ohne Erfolg. Nach den Ergebnissen der Obduktion wurde er „aus nächster Nähe“ mit einer „Kurzwaffe“ erschossen, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Kassel, Oberstaatsanwalt Horst Streiff, am Montag. Zum Zeitpunkt der Tat seien auch Angehörige in dem Haus gewesen.

Als Regierungspräsident war Lübcke 2015 auch für die Einrichtung von Erstaufnahmelagern für Flüchtlinge zuständig. Auf Anfeindungen bei einer Bürgerversammlung sagte er einmal, es lohne sich, in Deutschland zu leben und für die hiesigen Werte einzutreten. „Wer diese Werte nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen (...). Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“

In der Folge hatte der CDU-Politiker mehrere anonyme Morddrohungen erhalten. Ein Zusammenhang zu der Tat sei bislang aber nicht ersichtlich, sagte die Präsidentin des Hessischen Landeskriminalamts (LKA), Sabine Thurau, am Montag.

(AFP)
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