Regierungsbildung: GroKo-Kabinett: Das sind die neuen Minister

Regierungsbildung: GroKo-Kabinett: Das sind die neuen Minister

Berlin. Jünger und weiblicher soll nach dem Willen von Angela Merkel und Martin Schulz das neue Kabinett werden. Sechs Minister stellt die CDU, sechs die SPD und drei Ressortchefs die CSU.

Die Kanzlern eingerechnet, wird das Bundeskabinett zum ersten Mal zur Hälfte aus Frauen bestehen. Wer wird was?

Bundeskanzlerin. Angela Merkel bleibt, was sie ist. Zum vierten Mal. Spannend ist nur noch eine Frage: Wann tritt die 63-Jährige ab? Kolportiert wird, dass die zähe Regierungsbildung an Merkel gezerrt habe, sie aber die verblieben dreieinhalb Jahre bis zur nächsten Wahl im Amt bleiben wolle.

Außenminister. SPD-Mann Martin Schulz soll Außenminister werden. Als Europapolitiker hat er viel Erfahrung. Persönlich hofft der 62-Jährige wohl, an die Beliebtheit seiner Amtsvorgänger anknüpfen zu können. Sein Satz, er wolle nicht in ein Kabinett Merkel eintreten, hängt ihm freilich nach.

Innenminister. CSU-Chef Horst Seehofer wechselt wohl nach Berlin. Er hatte immer betont, seine Partei wolle das Innenressort übernehmen, das um Bau und Heimat erweitert wird. Mit dem neuen Amt spielt der 68-Jährige weiter eine wichtige Rolle in der CSU, Ministerpräsident ist er ja bald nicht mehr.

(Die vorläufigen Kandidaten für das neue Bundeskabinett: (Oberste Reihe l-r) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Ursula von der Leyen (CDU), Peter Altmaier (CDU), Hermann Gröhe (CDU), Annette Widmann-Mauz (CDU), (Mittlere Reihe l-r) Helge Braun (CDU), Julia Klöckner (CDU), Andreas Scheuer (CSU), Horst Seehofer (CSU), Dorothee Bär (CSU), Gerd Müller (CSU), (Unterste Reihe l-r) Olaf Scholz (SPD), Barbara Hendricks (SPD), Eva Högl (SPD), Katarina Barley (SPD), Martin Schulz (SPD) und Heiko Maas (SPD)).

Finanzminister. Hamburgs Noch-Bürgermeister Olaf Scholz erhält offenkundig das Schlüsselressort schlechthin. Der SPD-Mann wacht über die schwarze Null, auch wird er Vizekanzler. Er gilt nun als mächtigster Sozialdemokrat in der Regierung. Das Desaster des G20-Gipfels hängt dem 59-Jährigen freilich nach.

Wirtschaftsminister. Von CDU-Mann Peter Altmaier wusste man, dass er kein Kanzleramtschef mehr sein wollte. Er übernimmt jetzt das Wirtschaftsressort. Merkel braucht den kompetenten 59-Jährigen im Kabinett, er soll das Profil der CDU in dem Bereich wieder schärfen.

Verteidigungsministerin. CDU-Frau Ursula von der Leyen bleibt, was sie ist. Chancen, Merkel zu beerben, hat die 59-Jährige allenfalls als Übergangslösung. Sie ist zu unbeliebt in der CDU. Von der Leyen soll die Reform der Truppe weiter durchpeitschen.

Justiz- und Verbraucherministerin. Eva Högl könnte das Ressort von Heiko Maas übernehmen. Die Juristin gehört seit 2009 dem Bundestag an und ist anerkannte Fachpolitikerin der SPD in den Bereichen Justiz und Innenpolitik. Den meisten Deutschen dürfte die 49-Jährige allerdings unbekannt sein.

Arbeitsminister. In dieses Ressort wird eventuell der bisherige Justizminister Heiko Maas wechseln. Er war der aktivste SPD-Ressortchef in der letzten Legislaturperiode, auf ihn wollte Martin Schulz nicht verzichten. Der 51-Jährige war im Saarland schon mal Wirtschafts- und Arbeitsminister.

Verkehrsminister. Andreas Scheuer wird vermutlich der neue Dobrindt. Der 43-Jährige hat als Generalsekretär seinem Parteichef Seehofer treu gedient - nun wird er belohnt mit dem nächsten Karriereschritt. Als Minister darf er dafür sorgen, dass die beschlossene Maut nun auch umgesetzt wird.

Gesundheitsministerin. Annette Widmann-Mauz übernimmt das Ressort von Hermann Gröhe. Die 51-Jährige CDU-Politikerin ist bereits parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium und damit prädestiniert für den nächsten Karriereschritt. Auch für sie gilt: weiblich und jünger.

Bildungsminister. In dieses Ressort wechselt jetzt Hermann Gröhe. Als Gesundheitsminister hat der 56-Jährige solide gearbeitet, trotz vieler Widerstände. Im Bildungsressort soll der CDU-Mann nun die hochtrabenden Bildungspläne der GroKo umsetzen.

Familienministerin. Katarina Barley von der SPD behält womöglich ihr Amt. Die 50-Jährige übernahm erst im Sommer 2017 das Familienministerium und machte in der Kürze der Zeit einen guten Job. Auch passt das Ressort zum sozialpolitischen Anspruch der SPD.

Umweltministerin. Das bleibt wohl Barbara Hendricks. Die 65-Jährige galt in der vergangenen Legislaturperiode zunächst als farblos. Beim Glyphosat-Streit und den internationalen Klimaverhandlungen zeigte sie sich aber souverän. Sie verliert aber die Zuständigkeit für Bauen.

Landwirtschaftsministerin. Julia Klöckner wird das Amt wohl bekommen. Sie erfüllt alle Vorgaben; die 45-Jährige gehört zu den jungen Talenten der CDU, sie war auch mal Agrar-Staatssekretärin. Klöckner kommt aus Rheinland-Pfalz, wo sie allerdings glücklos agierte und als Spitzenkandidatin die Landtagswahlen verlor.

Entwicklungsministerin. Dorothee Bär beerbt voraussichtlich Gerd Müller. Mit der 39-Jährigen, parlamentarischen Staatssekretärin im Verkehrsministerium setzt auch die CSU ein Zeichen der Verjüngung. Und endlich schickt sie mal wieder eine Frau an den Kabinettstisch.

Kanzleramtsminister. Den Job erhält Helge Braun, CDU. Der 45-Jährige kennt die Regierungszentrale gut, als Staatsminister ist er bisher für Bürokratieabbau, Bund-Länder-Beziehungen und Flüchtlingsfragen zuständig. Gewichtsmäßig steht er Vorgänger Peter Altmaier in nichts nach.