Gesundheit: Zahl der Krebserkrankungen steigt

Gesundheit: Zahl der Krebserkrankungen steigt

Bessere Therapien erhöhen die Heilungschancen.

Berlin. Die Diagnose ist jedes Mal ein Schock: Krebs. In diesem Jahr wird die Angst um das eigene Leben mehr als 400.000 Menschen in Deutschland treffen, wie das Berliner Robert Koch-Institut berichtet.

Die einzige gute Nachricht ist, dass sie dank Früherkennung und besserer Therapien heute länger leben als noch in den 1980er Jahren. Damals war die Hälfte aller Frauen mit Krebs fünf Jahre nach einer Diagnose tot. Heute leben fast zwei Drittel (62 Prozent) nach fünf Jahren noch. Bei den Männern stieg die Rate von 38 auf bis zu 57 Prozent.

Der Präsident der Deutschen Krebshilfe, Harald zur Hausen, geht davon aus, dass die Zahl der Krebserkrankungen bis 2030 um ein Drittel steigen wird. "Wir müssen damit rechnen, dass bis zum Jahr 2030 jährlich 580 000 Krebsneuerkrankungen auftreten - fast ein Drittel mehr als jetzt", sagte der Medizin-Nobelpreisträger.

Die Tendenz sei steigend, weil die Menschen immer älter würden. Der Mediziner rief eindringlich zur Vorbeugung auf: "Wir wissen heute: Rund zwei Drittel aller Krebskrankheiten sind Folge unseres Lebensstils. Nichtrauchen, geringer Alkoholkonsum, körperliche Bewegung, der Schutz vor UV-Strahlen und auch die Vermeidung von Virusinfektionen könnten das Krebsrisiko entscheidend mindern."

In Deutschland gibt es nach Einschätzung der Deutschen Krebsgesellschaft heute vier bis fünf Millionen Menschen, die an Krebs erkrankt sind oder waren. Auf dem Deutschen Krebskongress in Berlin wollen sich rund 8000 Ärzte und Experten bis zum Wochenende über Früherkennung, Therapie und Nachsorge bei Krebs austauschen. Es wird viel Hoffnung geben, aber auch Enttäuschungen.

Auch wenn Therapieerfolge manche Krebsarten heute zu einer chronischen Krankheit werden lassen oder sogar heilen, bleiben bösartige Tumore die zweithäufigste Todesursache - nach den Herz-Kreislauferkrankungen. Vielleicht kehrt sich dieses Verhältnis sogar bald um. Denn Krebs ist in der Regel eine Alterserkrankung, und die Deutschen werden immer älter.