Ex-General Kießling tot - Jung würdigt ihn

Berlin (dpa) - Der ehemalige Bundeswehr-General Günter Kießling ist tot. Der Vier-Sterne-General starb im Alter von 83 Jahren in der Nacht zum Freitag in Rendsburg (Schleswig-Holstein), teilte das Verteidigungsministerium in Berlin mit.

Es bestätigte damit einen Bericht des Deutschlandfunks.

Ende 1983 hatte der damalige CDU- Verteidigungsminister Manfred Wörner Kießling wegen Gerüchten über dessen angebliche Homosexualität vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Die Anschuldigungen erwiesen sich als völlig haltlos. Kießling wurde voll rehabilitiert, wieder eingestellt und kurz darauf auf eigenen Wunsch verabschiedet - diesmal mit militärischen Ehren.

Über die Affäre, in die maßgeblich der Militärische Abschirmdienst(MAD) verwickelt war, wäre Wörner fast gestürzt. Er bot dem damaligenKanzler Helmut Kohl (CDU) seinen Rücktritt an. Kohl lehnte aber ab.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) würdigte Kießling am amFreitag als einen der profiliertesten Offiziere der Bundeswehr. Inseiner „beeindruckenden militärischen Karriere“ habe er eine Vielzahlvon hohen und höchsten Verwendungen im In- und Ausland durchlaufen.

„Auch nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst blieb er derBundeswehr als geschätzter Ratgeber und treuer Begleiter verbunden. Wirwerden ihn als herausragenden Soldaten in Erinnerung behalten, der sichbleibende Verdienste um unser Vaterland erworben hat.“

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