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Entschuldigung ist überfällig

Entschuldigung ist überfällig

Wer wollte Wolfgang Schäuble verdenken, dass er auch mal Nerven zeigt? Dass er sich im Ton vergreift? Das passiert. Zumal bei einem, der kaum eine Pause kennt, der die Arbeit auch über die eigene Gesundheit stellt.

Dafür wird ihm viel Respekt entgegengebracht. Doch ein Politiker lebt auch vom Vertrauen. Und er hat eine Vorbildfunktion.

Seltsam, dass Schäuble nach Tagen der öffentlichen Diskussion nicht eingesehen hat, dass es Unrecht war, seinen Sprecher zu demütigen. In einer Form, die ahnen lässt, wie es im Ministerium hinter verschlossenen Türen zugehen mag. Hier geschah es vor laufenden Kameras. Da verletzt die Demütigung ganz anders als bei einem Abkanzeln unter vier Augen.

Rätselhaft, dass der Minister bisher offenbar noch nicht mal auf die Idee kommt, dass eine öffentliche Entschuldigung angezeigt wäre. Aus Gründen des Anstands und im eigenen Interesse. Seine Berater müssten ihm das gesagt haben. Oder trauen sie sich nicht?