Ceta: Drei Fragen an Paul Welfens

Ceta: Drei Fragen an Paul Welfens

Welfens ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Bergischen Universität Wuppertal

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Herr Welfens, Ceta scheint unter Dach und Fach. Ist die EU damit gerettet?

Paul Welfens: Ceta ist ein wichtiges Abkommen, da Kanada ökonomisch und institutionell nah an der EU ist. Aber das Ceta-Abstimmungswirrwarr in Belgien zeigt, dass die EU als international handlungsfähiger Akteur nur besteht, wenn Verfassungsänderungen auf der nationalen Ebene eine eindeutige Kompetenz für Brüssel in der Außenwirtschaft sichern. Eine Politikunion könnte das längerfristig umsetzen.

Sie bringen eine Neugründung der EU ins Spiel. Was würde sich dadurch ändern?

Welfens: Eine Neo-EU mit weniger Mitgliedsländern, die sich in einer politischen Union zuverlässig zusammenfinden, wäre die Antwort auf viele aktuelle Unzulänglichkeiten der EU. Mit einer Neo-EU wäre man gegenüber China und anderen Ländern der Weltwirtschaft besser aufgestellt.

Welche Rolle spielt Europa in zehn Jahren in der Weltwirtschaft?

Welfens: Europa wird deutlich weniger Einfluss haben. Nur wenn der Brexit vermieden werden kann und eine Politikunion mit mehr Macht für Brüssel und das EU-Parlament aufgesetzt wird, wird Europas Rolle in etwa stabil bleiben. er

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