Die Gesundheitskarte kommt: Das müssen Versicherte wissen

Reform: Die Region Nordrhein ist bundesweiter Vorreiter. Im Herbst sollen die neuen Karten ausgegeben werden.

Düsseldorf. Seit Jahren ist sie angekündigt, nun soll sie kommen: Von Oktober an werden rund acht Millionen Versicherte in den Regierungsbezirken Düsseldorf und Köln die elektronische Gesundheitskarte erhalten.

Nordrhein ist bundesweit Modellregion. Das NRW-Gesundheitsministerium geht davon aus, dass alle gesetzlichen Kassen ab Oktober die Karten schrittweise ausgeben werden. Die privaten Kassen machen dagegen zunächst nicht mit.

Die gesetzlichen Kassen werden in den kommenden Wochen von den Versicherten (ab dem 15. Lebensjahr) ein Bild anfordern, das auf der Karte zu sehen sein wird. Einige Kassen haben dies sogar schon getan. Durch das Foto soll der Missbrauch der Karten eingedämmt werden.

Nein, einzige Anforderung ist, dass er auf dem Bild erkennbar ist. Wer kein Foto einschickt, muss keine negativen Auswirkungen fürchten - der Versichertenschutz bleibt erhalten.

In einem ersten Schritt wird sich die elektronische Gesundheitskarte von der Versichertenkarte nur durch das Bild unterscheiden. Sowohl die verpflichtenden, als auch die freiwilligen Funktionen (siehe Kasten) werden weiter getestet und zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt. Als erste Funktion soll die Möglichkeit folgen, die Stammdaten der Versicherten (Name, Anschrift, Befreiung von Zuzahlungen) online zu aktualisieren, beispielsweise bei einem Wohnortwechsel. Bereits jetzt ersetzt die Karte allerdings den Auslandskrankenschein.

Wegen Datenschutzfragen gibt es weiter Widerstand in der Ärzteschaft gegen die Karte. Bislang haben 31Prozent der rund 15000 Praxen in der Region die Geräte angeschafft, mit denen die Karte gelesen werden kann. Versicherte sollten daher unbedingt ihre alte Versichertenkarte behalten - auch für einen möglichen Arztbesuch außerhalb der Region.

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