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Der Parteiprogramm-Check zur NRW Wahl: Teil 2 - Bildung

Der Parteiprogramm-Check zur NRW Wahl: Teil 2 - Bildung

Wie sieht gute Bildung aus? Welche Pläne haben die Parteien für Kitas, Schulen und Studium. Die WZ-Redaktion hat die Wahlprogramme unter die Lupe genommen und die Kernpunkte herausgearbeitet.

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Kitas Schule Studium
CDU SPD Grüne FDP Linke Piraten
Nach Ansicht der CDU fehlen noch mindestens 44 000 Plätze bei der Betreuung von Unter-Dreijährigen (U3). Die geplanten Landesmittel für den Ausbau der U3-Plätze sollen in diesem Jahr auf 481 Millionen Euro erhöht werden. Die individuelle Förderung soll verbessert werden. Zudem sollen Lehrpläne entfrachtet, Unterrichtsausfall reduziert und der Ausbau der Ganztags- schulen gefördert werden. Kleine Grundschulen auf dem Land sollen erhalten bleiben. Die CDU befürchtet 2013 nach dem Doppel-Abijahrgang Chaos an den Hochschulen. Sie will die nötigen Studienplätze ohne Wiedereinführung von Studiengebühren schaffen. Dafür müsse an anderen Stellen im Haushalt gespart werden.
Der Ausbau früher Hilfen für Kinder soll verbessert und die Beitragsfreiheit schrittweise ausgebaut werden. Für den Ausbau der U3-Betreuung sollen den Kommunen in diesem Jahr 400 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Bis 2015 sollen alle Kinder ein Ganztagsangebot in ihrer Nähe erreichen können. Für das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung sind zusätzliches Lehrpersonal und Fortbildungsmittel geplant. Die Absolventen des doppelten Abijahrgangs 2013 sollen die gleichen Chancen für ein gutes Studium erhalten. Auch der Bund müsse zu seinen Verpflichtungen für zusätzliche Studienplätze stehen. Das Studium soll gebührenfrei bleiben.
Bis 2013 sollen insgesamt 680 Millionen Euro vom Land in den Ausbau der U3-Betreuung fließen. Zudem sollen im neuen Kita-Gesetz die Gruppengrößen begrenzt werden. Der Ganztag soll in allen Schulformen ausgebaut und gutes Mittagessen angeboten werden. Gespartes Geld durch rückläufige Schülerzahlen soll im System Schule bleiben. Auch nach dem Doppel-Abijahrgang soll möglichst jeder, der studieren will, einen Platz erhalten. An den Hochschulen soll es mehr Mitbestimmungsrechte für Studierende geben.
Die FDP will den Ausbau von Kitas und U3-Betreuung for- cieren sowie die Qualität der Einrichtungen verbessern. Dies habe Vorrang vor einer Erwei-terung der Beitragsfreiheit. Die FDP fürchtet, dass Gesamt- und Sekundarschulen pri- vilegiert werden — dabei brauche NRW starke Gymnasien. Die Schulen sollen mehr Entscheidungsfreiheit bekommen. Das Niveau der Hochschulen soll auch mit Hilfe von Studiengebühren gesteigert werden. Diese sollen aber erst nachgelagert, bei Eintritt ins Berufsleben, fällig werden.
Kitas sollen gebührenfrei sein und 100 000 zusätzliche U3-Plätze geschaffen werden. Es soll bis zur 10. Klasse eine Schulform für alle geben und in kleinen Klassen gelehrt werden. Die Linke will mehr Geld für Unis, jeder Bachelor-Absolvent soll den Master machen dürfen.
Es soll eine beitragsfreie Ganztagsbetreuung in wohnortnahen Kitas geben Angestrebt wird ein einglie- driges Schulsystem mit flexiblen Kursangeboten statt Klassen. Die Piraten fordern mehr Geld für Unis und Bafög für mehr Studierende als bisher.