Bundespräsidentenwahl: Der faire Verlierer Gauck ist schon wieder auf Achse

Bundespräsidentenwahl: Der faire Verlierer Gauck ist schon wieder auf Achse

Geschlagen, aber keinesfalls angeschlagen.

Berlin. Am Morgen nach der respektablen Niederlage war er schon wieder unterwegs. Erst um seinen zahlreichen Unterstützern persönlich zu danken. Danach hatte sich Joachim Gauck zu einem Empfang der evangelischen Kirche am Berliner Gendarmenmarkt angesagt.

Erst weit nach Mitternacht war für den 70-Jährigen der Wahlkrimi im Reichstag endgültig zu Ende gegangen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, seinem ältesten Sohn und dessen Frau hatte er bei einem Glas Sekt die vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren lassen. "Ja, das war ein schöner Tag. Und es hätte auch anders ausgehen können", zu diesem Fazit sei man in der Runde gekommen, erzählt der Theologe.

Als fairer Verlierer hatte sich Gauck zuvor gezeigt und Christian Wulff als einer der ersten gratuliert. Am Freitag will er auch zur Vereidigung des neuen Staatsoberhaupts kommen. Gemeinsam mit Wulff will Gauck danach das Sommerfest im Schloss Bellevue besuchen.

Dankend lehnte Gauck aber Wulffs Angebot ab, sich in einen ständigen Beraterkreis für den neuen Bundespräsidenten einbinden zu lassen. Für gelegentliche Gespräche stehe er aber gern zur Verfügung.

Er werde weiter kräftig mitmischen, hat der Pfarrer bereits angekündigt. Die von ihm mit angestoßene Debatte über mehr Bürgernähe und Glaubwürdigkeit der Politik dürfe jetzt nicht einfach verstummen. Dies erwarteten seine vielen Unterstützer von ihm.

Als Vortragsreisender in Sachen Freiheit war Gauck schon vor seiner Kandidatur im In- und Ausland gefragt. Sein Bekanntheitsgrad hat sich nach der Welle der Begeisterung, die in Teilen der deutschen Öffentlichkeit fast über Nacht über ihn hereinbrach, auch jenseits der Grenzen schlagartig vergrößert.