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Terror-Drama in Nairobi

Terror-Drama in Nairobi

Islamisten überfallen ein von Ausländern genutztes Einkaufszentrum. Mindestens 68 Menschen sterben, mindestens 175 werden verletzt.

Nairobi. Islamistische Terroristen haben in einem Einkaufszentrum in Nairobi ein Blutbad mit mindestens 68 Toten und 175 Verletzten angerichtet und damit weltweit Entsetzen ausgelöst.

Mehr als 24 Stunden nach dem Angriff hielt ein Terrorkommando der radikal-islamischen Al-Shabaab-Miliz gestern noch immer mehrere Geiseln in seiner Gewalt. Es sei klar, wo sich die zehn bis 15 Angreifer aufhielten, aber die Lage bleibe „heikel“, erklärte Innenminister Joseph Ole Lenku.

Gestern Abend waren aus dem Einkaufszentrum Schüsse und Granatenexplosionen zu hören. Weitere Sicherheitskräfte und Scharfschützen drangen in das Gebäude ein.

Unter den Toten sind mehrere Ausländer, darunter mindestens drei Briten und zwei Franzosen. Nach Angaben des US-Außenministeriums wurden mehrere US-Bürger verletzt. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte zunächst keine Hinweise darauf, dass Deutsche betroffen sein könnten. Insgesamt 1000 Besucher des Zentrums wurden gerettet.

Mindestens 18 maskierte und mit Maschinengewehren bewaffnete Terroristen hatten am Samstagmittag das exklusive Einkaufszentrum gestürmt, das vor allem Ausländer und reiche Kenianer nutzen.

Sie schossen um sich und warfen Granaten. Ein Augenzeuge in Nairobi sagte: „Sie zeigten uns arabische Schriften. Wenn man sie lesen konnte, war man gerettet. Wenn man sie nicht lesen konnte, erschossen sie einen.“

Spezialeinsatzkräfte und Soldaten brachten in der Nacht zu gestern dann das erste und das zweite Obergeschoss des Gebäudes unter ihre Kontrolle. Die Terroristen verschanzten sich mit einer unbekannten Zahl von Geiseln offenbar im dritten und vierten Stock.

Der frühere Ministerpräsident Raila Odinga sagte, es sei eine äußerst schwierige Operation für die Sicherheitskräfte. „Wir werden nichts unversucht lassen, um die Geiseln zu retten — auch, wenn es etwas länger dauern sollte.“

Kenias Präsident Uhuru Kenyatta kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Verantwortlichen des Terroranschlags an. Unter den Todesopfern soll auch ein Neffe des Präsidenten sein.

Die Islamisten-Miliz nannte den Angriff im Kurzmitteilungsdienst Twitter einen Vergeltungsschlag für „Verbrechen“ der kenianischen Armee in Somalia. Kenia hatte das Nachbarland in den vergangenen Jahren beim Kampf gegen die Extremisten militärisch unterstützt. Der Überfall war der schwerste Terroranschlag in Kenia seit einem Sprengstoffanschlag auf die US-Botschaft vor 15 Jahren. dpa