Nach monatelanger Haft: Saudi-Arabien lässt drei prominente Frauenrechtlerinnen frei

Nach monatelanger Haft : Saudi-Arabien lässt drei prominente Frauenrechtlerinnen frei

Die drei Aktivistinnen, waren im Gefängnis weil sie unter anderem gegen das Frauenfahrverbot gekämpft hatten. Bis zur Fortsetzung ihres Prozesses sind sie auf freien Fuß gesetzt worden.

Nach monatelanger Haft hat Saudi-Arabien drei prominente Frauenrechtlerinnen vorübergehend aus dem Gefängnis entlassen. Rukaja al-Muharib, Asisa al-Jussif und Iman al-Nafdschan seien bis zur Fortsetzung ihres Prozesses auf freien Fuß gesetzt worden, hieß es am Donnerstag aus Familienkreisen der Aktivistinnen. Bis Sonntag sollen demnach noch weitere inhaftierte Frauenrechtlerinnen freikommen.

Auch das zuständige Strafgericht in Riad meldete die Freilassung von drei Angeklagten. Diese sei nach der Prüfung von Anträgen erfolgt. Das Verfahren gehe jedoch weiter, teilte das Gericht mit.

Saudi-Arabien hatte im vergangenen Mai zahlreiche Aktivisten festgenommen, die sich in dem Königreich für Frauenrechte einsetzen. Sie hatten unter anderem ein Ende des Frauenfahrverbots gefordert, das im vergangenen Jahr auch aufgehoben wurde.

Gegen elf Angeklagte begann vor rund zwei Wochen ein Prozess. Ihnen wird unter anderem eine Gefährdung der Sicherheit und Stabilität des Landes vorgeworfen. Der Prozess war am Mittwoch nach der zweiten Sitzung vertagt worden. Wann er weitergeht, ist unklar.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bemängelt, die Vorwürfe gegen die Angeklagten gingen allein auf deren Einsatz für mehr Frauenrechte zurück. Vier Inhaftierte seien gefoltert worden. Saudi-Arabien weist die Vorwürfe zurück.

Das islamische-konservative Land geht unter Führung des jungen Kronprinzen Mohammed bin Salman mit harter Hand gegen Gegner vor. Der Thronfolger steht international auch wegen des brutalen Mordes an dem Journalisten Jamal Khashoggi in der Kritik. In einem Länderbericht zeichnete in diesem Monat auch das US-Außenministerium ein verheerendes Bild von der Menschenrechtslage beim US-Verbündeten.

(dpa)
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