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Neue Bewegung: "Rotschals" gegen "Gelbwesten" - Anhänger Macrons gehen auf die Straße

Neue Bewegung : "Rotschals" gegen "Gelbwesten" - Anhänger Macrons gehen auf die Straße

Nach den "Gelbwesten" nun die "Rotschals": Am Sonntag hat eine neue Bewegung in Paris rund 10.500 Menschen mobilisiert.

Die neue Bewegung „Rotschals“ will "die Demokratie und die Institutionen" der französischen Republik gegen Gewalt verteidigen:

Wer steht hinter der neuen Bewegung?

Unter dem Motto "STOP - jetzt reicht's" hat der 51-jährige Laurent Soulié zu der ersten Kundgebung der "foulards rouges" (roten Schals) aufgerufen. Der Luftfahrtingenieur aus Toulouse im Südwesten Frankreichs will damit "den Franzosen Gehör verschaffen, die sich seit Wochen verstecken", während die "Gelbwesten" die öffentliche Debatte beherrschen.

Worum geht es den "Rotschals"?

Sie protestieren gegen die Gewalt bei den "Gelbwesten"-Protesten und die Schmähungen gegen Politiker und missliebige Aktivisten, wie sie seit gut zwei Monaten in den Online-Netzwerken verbreitet werden. Die "Rotschals" werben nach eigenen Angaben für ein "friedliches und respektvolles Frankreich". Sie sehen sich als schweigende Mehrheit - unter dem Motto "Die 'Gelbwesten' sind nicht das Volk".

Sind die "Rotschals" von der Regierung gesteuert?

Das werfen viele "Gelbwesten" der neuen Bewegung vor. Soulié und viele seiner Mitstreiter sagen von sich selbst, dass sie Anhänger von Präsident Emmanuel Macron sind - der Ingenieur versteht seine Initiative aber als "apolitisch". Er sagte nach der ersten Kundgebung, es habe sich um eine friedliche "Liebeserklärung an unser Land, an die unteilbare und demokratische Republik" gehandelt.

Auch in den Symbolen sind die "Rotschals" als Präsidenten-nah zu erkennen: Bei der Pariser Demonstration wurde die Trikolore neben der Europaflagge geschwenkt, wie es schon im Präsidentschaftswahlkampf bei Veranstaltungen Macrons die Regel war.

Welches Verhältnis haben die "Rotschals" zu den "Gelbwesten"?

Beide Seiten stehen sich bisher unversöhnlich gegenüber. Die "Rotschals" skandierten bei ihrer Demonstration "Nein zur Revolution" und "An die Arbeit" - damit waren unmissverständlich die "Gelbwesten" gemeint.

Bei ihrer Ankunft am Bastille-Platz wurden sie von einer Delegation in gelben Westen ausgebuht, die lautstark den Rücktritt Macrons forderte. Initiator Soulié hatte ursprünglich für eine Politik der "ausgestreckten Hand" gegenüber den "Gelbwesten" geworben.

Wie geht es nun in Frankreich weiter?

Die "Rotschals" wollen erst im Laufe der Woche entscheiden, ob sie erneut auf die Straße gehen. Dass die "Gelbwesten" weiter demonstrieren, gilt dagegen als sicher. Allerdings ist die Beteiligung an den Demonstrationen rückläufig: Am Samstag nahmen laut Innenministerium landesweit rund 69.000 Menschen teil, vor einer Woche waren es noch 84.000.

Ein Grund ist offenbar der von Macron vor knapp zwei Wochen gestartete "Bürgerdialog" zu sozialen Themen, an dem sich Menschen in vielen Gemeinden beteiligen.

(AFP)