Die zähe Suche nach Obamas Konkurrenten

Die zähe Suche nach Obamas Konkurrenten

Mitt Romney kann sich nicht von seinen Mitbewerbern absetzen. Am Dienstag wird in zehn weiteren US-Staaten gewählt.

Washington. Zwei Monate nach der ersten Wählerversammlung im US-Staat Iowa ist weiter völlig unklar, welcher Republikaner im Herbst US-Präsident Barack Obama herausfordern wird. An diesem „Super Tuesday“ (Super-Dienstag) könnte sich das Bewerberfeld zwar weiter lichten. Doch der Sieger des Vorwahlmarathons wird auch dann voraussichtlich nicht feststehen.

Eigentlich war mit einem Durchmarsch von Mitt Romney gerechnet worden, der sich nach dem „Super Tuesday“ ausschließlich auf das Duell mit Obama hätte konzentrieren können. Doch drei weitere Anwärter bleiben Romney überraschend auf den Fersen.

Newt Gingrich, der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses, dürfte am Dienstag problemlos seinen Heimatstaat Georgia gewinnen. Seine Chancen auf die Nominierung sind aber ebenso gering wie die des 76-jährigen Querdenkers Ron Paul. Gefährlich werden könnte Romney allerdings der erzkonservative Rick Santorum (53). Er hat bereits vier Vorwahlen gewonnen, und im Industriestaat Ohio, der mit 66 Delegierten als „großer Preis“ des „Super Tuesday“ angesehen wird, liegt der frühere Senator aus Pennsylvania in den Umfragen vor seinen Kontrahenten.

Wenig deutet daraufhin, dass der Marathon frühzeitig entschieden werden kann. Zwar scheint Romney auf Papier der „perfekte Kandidat“ zu sein. Er hat erfolgreich Karriere sowohl in der Politik als auch in der Privatwirtschaft gemacht, ist redegewandt, und vertritt sozial- und wirtschaftspolitisch moderate Positionen. Bisher aber ist es dem Multimillionär nicht gelungen, die Sympathien breiter Wählerschichten zu gewinnen. Santorum hingegen steht vor einer anderen Herausforderung: Mit seinen teilweise radikal anmutenden Positionen gewinnt er zwar die Sympathien der Christlich-Konservativen, ist aber den Moderaten schlichtweg zu rechts.

Santorum bestreitet die Erderwärmung und sagt mit Blick auf die heimische Ölförderung: „Wir müssen bohren, bohren, bohren.“ Er lehnt Abtreibung kategorisch ab, selbst bei Fällen von Vergewaltigung und Inzest. Auch will er Eheschließungen zwischen Gleichgeschlechtlichen rückwirkend auflösen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung